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Mittwoch, 15.11.2017

Blutspur bis zur Muschelminna

Eine Neugersdorfer Firma reinigt den Brunnen auf dem Postplatz in Görlitz. Den hatte ein Libyer beschmiert.

Von Matthias Klaus

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Die Spezialreinigungsfirma Stanke aus Neugersdorf hat die Muschelminna auf dem Görlitzer Postplatz wieder sauber gespritzt. Stellenweise sei die Reinigung schwierig gewesen wegen der unterschiedlichen Gesteinsarten, sagte Firmenchef Volker Stanke.
Die Spezialreinigungsfirma Stanke aus Neugersdorf hat die Muschelminna auf dem Görlitzer Postplatz wieder sauber gespritzt. Stellenweise sei die Reinigung schwierig gewesen wegen der unterschiedlichen Gesteinsarten, sagte Firmenchef Volker Stanke.

© Matthias Wehnert

  • Die Spezialreinigungsfirma Stanke aus Neugersdorf hat die Muschelminna auf dem Görlitzer Postplatz wieder sauber gespritzt. Stellenweise sei die Reinigung schwierig gewesen wegen der unterschiedlichen Gesteinsarten, sagte Firmenchef Volker Stanke.
    Die Spezialreinigungsfirma Stanke aus Neugersdorf hat die Muschelminna auf dem Görlitzer Postplatz wieder sauber gespritzt. Stellenweise sei die Reinigung schwierig gewesen wegen der unterschiedlichen Gesteinsarten, sagte Firmenchef Volker Stanke.
  • Blut oder Farbe im Brunnen? Es ist Blut.
    Blut oder Farbe im Brunnen? Es ist Blut.

Görlitz. Ein 26-jähriger Libyer hatte in der Vorwoche in Görlitz an Schaufenstern Hakenkreuze hinterlassen und den Muschelminnabrunnen auf dem Postplatz mit Blut beschmiert. Das war ein Fall für den Spezialreiniger. „Auf jeden Fall benötigten wir erst einmal die entsprechende Technik vor Ort, um den Brunnen zu säubern“, sagte Volker Stanke, Chef des gleichnamigen Unternehmens aus Neugersdorf. Das hatte den Auftrag, die Muschelminna wieder auf Vordermann zu bringen.

Ob Blut oder Farbe auf Kalk oder Marmor – für den Experten Volker Stanke ist das kein so großer Unterschied. Am Freitagvormittag hatte die Spezialreinigungsfirma Stanke die Muschelminna auf dem Postplatz wieder sauber gespritzt. „Stellenweise war die Reinigung schwierig, da wir es mit unterschiedlichen Gesteinsarten zu tun hatten“, sagt der Firmenchef Volker Stanke. Aber im Großen und Ganzen gab es keine größeren Probleme. Das Unternehmen aus dem Oberland ist in Görlitz häufig unterwegs, hat hier vor allem mit der Beseitigung von Graffiti zu tun. Dass nun Blut auf die Muschelminna geschmiert wurde, war für die Neugersdorfer kein Problem. „Für solche Sachen haben wir einen speziellen Anlöser, einen alkalischen Reiniger“, so Volker Stanke.

Wie es überhaupt zu der Farb- oder Blutattacke auf die Muschelminna in Görlitz kommen konnte – das hat die Polizei herausgefunden: Am Mittwochabend, gegen 20 Uhr, wurde die Polizei zu einem Wohnhaus an der Schillerstraße gerufen. „Offenbar nach einer familiären Auseinandersetzung hatte ein 26-jähriger Mann eine Tür eingeschlagen und sich dabei an einer Hand verletzt“, heißt es in einer Mitteilung der Polizeidirektion. Mit Blut habe der Mann aus Libyen dann ein Hakenkreuz an eine Wand des Treppenhauses geschmiert. Dasselbe Symbol wurde von ihm dann an einer Schaufensterscheibe an der Berliner Straße verewigt.

„Am Donnerstagmittag informierte der Städtische Betriebshof die Polizei, dass auch die Muschelminna am Postplatz Blutspuren davongetragen hatte“, teilt die Polizeidirektion Görlitz mit. Das Dezernat Staatsschutz habe die Ermittlungen zum Vorwurf der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole aufgenommen, hieß es weiter. Dass es tatsächlich Blut war, was an den Marmorfiguren gefunden wurde, hat ein DNA-Test bestätigt. Die Stadt hatte die Freigabe von der Polizei, das Blut entfernen zu lassen, teilte eine Görlitzer Sprecherin mit. Da es sich um Blut handelte und nicht klar war, ob die Person Krankheiten oder Infektionen hatte, konnte nicht einfach losgeputzt werden, sondern es war sinnvoll, einen Spezialisten zu beauftragen, hieß es aus dem Görlitzer Rathaus. Mit Blutspuren kennt sich die Spezialreinigungsfirma Stanke aus Neugersdorf jedenfalls aus. Immerhin mussten die Kollegen schon manchmal zu Putz-Einsätzen an Tatorten ran.