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Mittwoch, 01.07.2015

Bildungsagentur macht Rückzieher bei Umweltschule

Die Behörde nimmt ihre Behauptungen zurück. Das Wohl der Kinder war nicht gefährdet.

Der öffentliche Druck war offenbar zu groß. Nun rudert die Sächsische Bildungsagentur (SBA) zurück. Auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Annekatrin Klepsch (Die Linke) erklärt die Behörde, dass kein Anlass bestand, eine Kindswohlgefährdung im Sinne des Sozialgesetzbuches zu definieren. Auch sei zu keinem Zeitpunkt der Verdacht oder der Vorwurf der Gefährdung des Kindswohls gegenüber dem Schulträger oder dem pädagogischen Personal geäußert worden. Jedoch habe es bei Schulbesuchen Anhaltspunkte zur Sorge gegeben, die „nach allgemeiner Lebenserfahrung eine Gesundheitsgefährdung von Schülern und Lehrkräften nahelegen“.

Für die Abgeordnete steht somit fest: „Mindestens der gegenüber der Presse geäußerte Vorwurf der Kindeswohlgefährdung ist nicht weiter haltbar. Wie die SBA nun selbst bestätigt hat, lagen dafür keinerlei Hinweise vor, sondern lediglich die Befürchtung der SBA-Vertreter, die Kinder könnten beim Unterricht im Freien witterungsbedingt erkranken.“ Ebenso hinke die Unterstellung, es würden Lehrkräfte ohne Ausbildung beschäftigt. Aufgrund des Lehrkräftemangels unterrichten auch an staatlichen Schulen Lehrkräfte mit schulartfremden Ausbildungen, so etwa Gymnasiallehrer an Grundschulen und Berufsschullehrer an Mittelschulen.

„Die SBA Dresden ist aufgefordert, bei der Prüfung und Zulassung freier Schulen gleiche Maßstäbe anzuwenden und nicht willkürliche Einzelurteile zu fällen“, sagt sie. (kah)