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Montag, 25.09.2017

BFC erteilt Lehrstunde

Budissa geht in Berlin mit 0:5 unter. Ein Ex-Schützling von Berti Voigts erzielt drei Treffer. Johann Weiß fällt wohl lange aus.

Von Jürgen Schwarz

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Der Berliner Joey Breitfeld (links) läuft allein auf Budissas Torhüter Maik Ebersbach zu und erzielt das 4:0 für die Hauptstädter. Am Ende kam Bautzen beim Tabellenzweiten mit 0:5 unter die Räder.
Der Berliner Joey Breitfeld (links) läuft allein auf Budissas Torhüter Maik Ebersbach zu und erzielt das 4:0 für die Hauptstädter. Am Ende kam Bautzen beim Tabellenzweiten mit 0:5 unter die Räder.

© Torsten Zettl

  • Der Berliner Joey Breitfeld (links) läuft allein auf Budissas Torhüter Maik Ebersbach zu und erzielt das 4:0 für die Hauptstädter. Am Ende kam Bautzen beim Tabellenzweiten mit 0:5 unter die Räder.
    Der Berliner Joey Breitfeld (links) läuft allein auf Budissas Torhüter Maik Ebersbach zu und erzielt das 4:0 für die Hauptstädter. Am Ende kam Bautzen beim Tabellenzweiten mit 0:5 unter die Räder.
  • Muss sich etwas einfallen lassen: Trainer Torsten Gütschow.
    Muss sich etwas einfallen lassen: Trainer Torsten Gütschow.

Den 8. Spieltag der Fußball-Regionalliga Nordost sollten die Bautzener und Neugersdorfer schnell vergessen. Budissa kassierte am Freitagabend eine empfindliche 0:5 (0:2)-Schlappe beim BFC Dynamo, der FC Oberlausitz verlor zur gleichen Zeit beim 1. FC Lok Leipzig mit 0:3 (0:1).

„Der Sieg der Berliner war auch in dieser Höhe verdient, für meine Spieler war es eine Lehrstunde“, redete Budissas Trainer Torsten Gütschow nicht lange um den heißen Brei herum. Vor 1633 Zuschauern überragte beim BFC der dreifache Torschütze Rufat Dadashov (13., 21., 60.). Der Aserbaidschaner hatte mit 21 Jahren unter Trainer Berti Vogts sein Debüt in der Nationalmannschaft gegeben und absolvierte seitdem 16 Spiele (4 Tore) für sein Heimatland. Matthias Steinborn (49.) und Joey Breitfeld (51.) trafen ebenfalls für die Berliner. Dadashov, der in der 4. Liga bereits für Halbestadt und Meuselwitz am Ball war, konnte sich nicht erinnern, wann er schon mal einen Dreierpack geschnürt hatte. „Das muss im Nachwuchsbereich gewesen sein“, so der 25-Jährige, der am Freitag Geburtstag hat und bereits mit sieben Saisontreffern zu Buche steht.

„Der BFC ist eine Spitzenmannschaft, wir konnten die Ausfälle in der Abwehr nicht kompensieren“, resümierte Gütschow, der auf Tobias Heppner (für vier Spiele gesperrt!), Sepp Kunze und Franz Hausdorf verzichten musste. „Wir wollten diszipliniert stehen, sind aber in den ersten Minuten alle nach vorn gerannt und haben den Berlinern die Räume gegeben, die sie für ihr Spiel benötigen“, kritisierte der 54-Jährige. Tatsächlich kamen Jonas Mack und Kevin Bönisch in den ersten Minuten in gute Schusspositionen, verzogen aber jeweils. Anschließend begannen die „Dadashov-Festspiele“. Gütschows Hoffnungen, seine Elf würde sich in der zweiten Halbzeit noch mal aufrappeln, machte ein grober Schnitzer von Maik Ebersbach zunichte. Der Bautzener Keeper schoss Schiedsrichter Felix Burghardt (Premnitz) an, die „Vorlage“ nutzte Steinborn zum 3:0. Immerhin verhinderte Ebersbach später noch das 0:6, als er gegen den eingewechselten Vincent Rabiega glänzend parierte (74.). Torsten Gütschow blieb dann nur noch eine alte Floskel: „Abhaken, ich verliere lieber mal 0:5, als fünfmal 0:1.“

BFC-Coach Rene Rydlewicz nahm die starke Vorstellung seiner Mannschaft relativ emotionslos zur Kenntnis: „Es war in Ordnung. Wir wollten unbedingt mal zu Null spielen, das ist uns gelungen. Wir hatten allerdings auch ein paar Wackler drin, aber bei so einem Ergebnis werten wir das nur intern aus.“ Immerhin hatte der Ex-Bundesligaprofi, der 357 Erst- und Zweitligaspiele bestritt, auch ein Lob für den klar unterlegenen Kontrahenten parat: „Das Ergebnis war ganz sicher nicht selbstverständlich, denn Budissa hat bisher eine hervorragende Runde gespielt. Wenn ich das mit dem letzten Regionalligajahr vergleiche, hat sich da in Bautzen einiges zum Guten verändert und spricht für die Arbeit, die dort geleistet wird.“ Bitter: Kurz vor Schluss verletzte sich Johann Weiß in einem Zweikampf mit David Kamm Al-Azzawe. Die Diagnose steht noch aus, aber Weiß wird mit großer Wahrscheinlichkeit beim Sonnabend-Heimspiel gegen den Berliner AK und bei der Auswärtspartie gegen Hertha BSC II am 3. Oktober fehlen. Der BAK wollte am Sonnabend die Siegesserie von Energie Cottbus beenden, aber die Lausitzer feierten mit dem 1:0 (0:0) ihren achten (!) Sieg in Folge.