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Mittwoch, 15.11.2017

Bewegung am östlichen Himmel

In den nächsten Nächten werden wieder mehr Sternschnuppen zu sehen sein. Beobachter müssen sich aber gedulden.

Von Maik Brückner

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Mit Spannung erwarten die Astronomen den Sternschnuppenschauer der Leoniden. Das kosmische Lichtspiel erreicht zwischen dem 16. und dem 18. November seinen Höhepunkt. Bei den Leoniden handelt es sich um außerordentlich schnelle Meteore.
Mit Spannung erwarten die Astronomen den Sternschnuppenschauer der Leoniden. Das kosmische Lichtspiel erreicht zwischen dem 16. und dem 18. November seinen Höhepunkt. Bei den Leoniden handelt es sich um außerordentlich schnelle Meteore.

© Archivfoto: SZ/W. Wittchen

  • Mit Spannung erwarten die Astronomen den Sternschnuppenschauer der Leoniden. Das kosmische Lichtspiel erreicht zwischen dem 16. und dem 18. November seinen Höhepunkt. Bei den Leoniden handelt es sich um außerordentlich schnelle Meteore.
    Mit Spannung erwarten die Astronomen den Sternschnuppenschauer der Leoniden. Das kosmische Lichtspiel erreicht zwischen dem 16. und dem 18. November seinen Höhepunkt. Bei den Leoniden handelt es sich um außerordentlich schnelle Meteore.
  • Jörg Klein kennt sich mit Sternen, Planeten und Kometen aus. Der 46-jährige Glashütter ist Hobbyastronom.
    Jörg Klein kennt sich mit Sternen, Planeten und Kometen aus. Der 46-jährige Glashütter ist Hobbyastronom.

Osterzgebirge. In den nächsten Nächten wird es wieder spannend am Abendhimmel. Der Meteorstrom der Leoniden wird den Sternenhimmel beherrschen. Es werden wieder Sternschnuppen zu beobachten sein. Bei wolkenlosem Himmel sind die Chancen dazu am besten in den Nächten vom 16. bis zum 18. November, sagt Jörg Klein. Der Glashütter beschäftigt sich seit frühester Jugend mit der Astronomie und kümmert sich seit 2005 ehrenamtlich um die Wempe-Sternwarte auf dem Glashütter Ochsenkopf. Wenn es sich anbietet, lädt er auch zum Beobachten ein. Diesmal wird er aber nicht vor Ort sein. Und das liegt vor allem am Kometen 55P/Tempel-Tuttle selbst. Dieser wird erst kurz nach Mitternacht an unserem Himmel aufkreuzen. Der Komet werde nicht zu sehen sein, dafür ist er zu klein, sagt der Hobby-Astronom. Auch der Nebel, den er hinter sich her zieht, wird von der Erde mit bloßem Auge nicht zu beobachten sein. Dafür aber einige seiner Bestandteile.

Wenn diese Teilchen in die Erdatmosphäre eindringen, ionisieren sie die Luft. Von der Erde aus erscheint uns diese als leuchtende Luftschläuche, erklärt der Hobby-Astronom. Diese werden diesmal besonders hell und – leider – auch nur kurz zu sehen sein. Denn im Unterschied zu anderen Kometen bewegt sich die Bahn des Kometen 55P/Tempel-Tuttle gegenläufig zur Erdbahn. „Die Geschwindigkeiten addieren sich“, erklärt Klein. Die Teilchen werden sich mit 75 Kilometern pro Sekunde auf die Erdatmosphäre zubewegen. Das ist eine der höchsten Geschwindigkeiten in unserem Weltall. Doch nicht nur das macht es für Hobby-Astronomen schwierig, die Sternschnuppen zu beobachten.

Es gibt noch einen anderen Umstand. Astronomen gehen davon aus, dass je Stunde nur zehn Sternschnuppen zu beobachten sein werden. Das hängt mit der Umlaufbahn des Kometen zusammen, erklärt Jörg Klein. Dieser braucht 33 Jahre, um die Sonne in einer Ellipse zu umrunden. Wenn sich dieser aus Eis und Gestein bestehende Himmelskörper der Sonne nähert, dampft Material ab, das dann im Schweif mitfliegt. Da 55P/Tempel-Tuttle der Sonne zuletzt 1998 sehr nah kam, zieht er jetzt vergleichsweise nur wenige Bruchteile in seinem Schweif mit. Deshalb gibt es nur wenig Teilchen, die als Sternschnuppen zur Erde gehen werden. Das wird sich erst im Jahr 2032 ändern, nachdem der Komet der Sonne nahegekommen ist, sagt Jörg Klein.

Wer sich trotzdem aufrafft, um in den Nachtstunden Sternschnuppen zu zählen, sollte durchhalten. Denn in den Morgenstunden zeigen sich am Osthimmel drei Planeten. Los geht es ab 4 Uhr mit dem Mars. Gegen 6.15 Uhr geht der Jupiter auf, kurz danach die Venus. „Alle drei Planeten sind so wie die Sternschnuppen im Osten zu sehen“, sagt Klein. Dort baut sich übrigens das Sternbild Löwe auf. Der Name Leoniden geht darauf zurück. Weil die Sternschnuppen aus diesem Sternbild zu kommen scheinen, wurden ihnen dieser Name zugeschrieben.

Tief im Osten meint dabei kurz über dem Horizont. Deshalb muss man sich den Beobachtungsplatz mit Bedacht auswählen, rät Jörg Klein. Das nächste Spektakel am Himmel lässt nicht mehr lange auf sich warten. In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember wird es wieder vermehrt Sternschnuppen geben, dann sind die Geminiden dran. „Das ist dann der stärkste Meteorstrom des Jahres“, erklärt Jörg Klein.