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Dienstag, 09.01.2018

Bettelnde Kinder stammen aus der Slowakei

Nach Monaten der Debatte über ein Bettelverbot geht es jetzt in die letzte Diskussionsrunde.

Von Julia Vollmer und Andreas Weller

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Soll ein Bettelverbot eingeführt werden, und wenn ja, wie soll es aussehen? Besonders für die slowakischen Kinder auf Dresdens Straßen hat die Entscheidung in jedem Fall Konsequenzen.
Soll ein Bettelverbot eingeführt werden, und wenn ja, wie soll es aussehen? Besonders für die slowakischen Kinder auf Dresdens Straßen hat die Entscheidung in jedem Fall Konsequenzen.

© Rene Meinig

Seit Monaten beschäftigen bettelnde Kinder die Dresdner. Jetzt will die Stadt das verbieten. Am Montagabend stimmte der Verwaltungsausschuss dem zu. Der Stadtrat muss noch endgültig entscheiden.

Gibt es ein Verbot schon in anderen Städten?

Ja, in Köln, Leipzig und Berlin ist das Kinder-Betteln schon verboten. „Das Verbot gilt in Köln seit über zehn Jahren“, sagt Lars Hering aus der dortigen Stadtverwaltung. Nach Beobachtungen des Amtes werden Kinder auch jetzt noch zum Betteln geschickt, aber deutlich seltener als vor zehn Jahren. „Die Außendienstkräfte kümmern sich um die Schulpflicht oder eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls“, so Hering. Zu den Herkunftsländern könne er keine Angaben machen. Seit 2014 ist das Betteln auch in Dortmund verboten. Doch hier verschiebt sich das Problem nur. „Das Betteln durch und unter Beteiligung von Kindern hat in Dortmund stark nachgelassen“, schreibt Heike Thelen vom Presseamt Dortmund. Doch ansonsten sei kein Rückgang der Bettler zu verzeichnen. In Hamburg und München wird über ein Verbot dazu diskutiert.

Würde den Kindern ein Verbot überhaupt helfen?

Nein, betonen Vertreter von freien Trägern und einiger Parteien. „Es wird von konservativer Seite gefordert, das Betteln von Kindern zu verbieten. Auch wenn manche damit Gutes beabsichtigen, ich halte es für den grundfalschen Weg“, sagt Dorothee Marth, die für die SPD im Jugendhilfeausschuss sitzt. Man müsse sich um die Familien kümmern. Treberhilfe-Chef Dieter Wolfer sieht die Gefahr, die Kinder in die Kriminalität zu drängen. Er und Gjulner Sejdi, Vorsitzender des Roma-Verbandes, sehen Schulbesuche und Deutschkurse als Lösungen. SPD-Stadtrat Christian Bösl machte deutlich, dass er „strikt“ für ein Bettelverbot durch Kinder ist. Die SPD stimmte mit CDU, FDP und AfD im Ausschuss gegen eine Vertagung. „Mit dem Verbot will man Stärke zeigen und geht auf die Schwächsten los“, kritisierte Tilo Kießling (Linke).

Woher kommen die Bettler?

Betteln ist kein Roma-Phänomen, sondern eines der Armut, so Sejdi. Es sind viele Menschen aus Bulgarien und Ungarn dabei. In Dresden sind laut Verwaltung vor allem Familien aus der Slowakei unterwegs. Rund 40 Menschen zählen die Behörden.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 10 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Fritz

    Keiner der aus der Slowakei, Ungarn und Bulgarien kommt braucht heute in Deutschland zu betteln. Natürlich sind das Romas,das ist Ihr Leben und das wird man auch nicht ändern.Die Romas wollen das auch nicht.

  2. Anke

    Sind die nordafrikanischen Drogendealer und Gewalttaten an Hauptbahnhof und Wiener Platz nicht das deutlich größere Problem, welches zuerst anzugehen wäre, anstelle sich mit Bettlern und Straßenmusikanten zu verausgaben?

  3. Nun mal los

    Und was ist das Ergebnis der Aussage des Linken Kießling? Nicht's. Nur Gelaber. Wenn er was substanzielles anzubieten hat, dann darf er sich wieder zu Wort melden. Und das die Sozialindustrie ein Problem mit Regeln hat, ist bekannt.

  4. Anwalt

    Bettelnde Kinder in Deutschland gehören verboten ohne Wenn und Aber. Nun sind diese Kinder von Ausländern -ja aber soll man sagen die dürfen aber deutsche Kinder nicht ??? Wer in Deutschland seine Kinder nicht in die Schule bringt bekommt zurecht Probleme mit dem Gesetz. Insofern muß man den Slowaken,Ungarn,Bulgaren ect mitteilen das es ja wohl in ihren Ländern auch eine Schulpflicht gibt. Dh sie müssen kontrolliert in ihre Länder zurück. Auch in einem Europa ohne Grenzen muß es klare Regeln geben. Reisen ohne Visum ok gute Sache aber Herumlungern in Deutschland und die Kinder auf die Strasse zum Betteln schicken NEIN. Treberhilfe-Chef sieht die Gefahr die Kinder in die Kriminalität zu drängen. Die Gefahr steht so oder so wenn diese Kinder älter werden u.sehen das es mehr Möglichkeiten gibt zu Geld zu kommen. Nein es braucht keine Diskussionen wir müssen nur bestehendes Recht umsetzen,sonst schaffen wir mehr u.mehr Chaos u.Kriminalität anstatt diese abzubauen.

  5. Ermeler

    Fragen wir doch einfach die Menschen in der Slowakei, Ungarn und Bulgarien, was die so von ihren Landsleuten halten, die in Deutschland betteln. Wir dürften das nie sagen, also wir hier in DD.

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