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Dienstag, 27.06.2017

Betrunkene Täter greifen Pärchen an

Grundlos haben zwei 25-Jährige auf einen Mann eingeschlagen. „Ich werde spontan gewalttätig“, sagte einer.

Von Alexander Schneider

© dpa (Symbolbild)

Erst zeigen sie den Hitlergruß und geben vor Polizeibeamten Nazi-Parolen zum Besten, doch hinterher, im Gerichtssaal, jammern sie, dass sie mit Rechtsextremisten nichts zu tun hätten. Bei Paul M., der sich am Montag wegen versuchter räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und Nötigung vor dem Amtsgericht Dresden verantworten musste, war das auch so.

Gemeinsam mit dem Mitangeklagten Udo K. hat er im Mai 2016 an der Haltestelle „Chamissostraße“ ein Pärchen überfallen. Den Mann, der mit seiner Freundin in der Innenstadt seinen Geburtstag feiern wollte, haben die beiden 25-Jährigen mit Schlägen und Tritten gegen 19 Uhr übel zugerichtet. Die Frau hat einer gegen die Hauswand gedrückt, während der andere von dem Mann Geld forderte. Als eine Zeugin dazukam und die Polizei alarmierte, flüchteten die beiden Täter in M.s Wohnung. Als dann auch dort die Polizei aufschlug, stellte sich Udo K. zwar, doch Paul M. wurde ausfällig. Er zeigte den Hitlergruß, faselte etwas von „SS“ und „SA“ und beleidigte die vier Uniformierten ziemlich derb. „Bullenschweine“, war dabei noch der harmloseste Begriff. Den Abend verbrachte das überfallene Paar in der Notaufnahme, wo der Mann an einer Nasen- und Jochbeinfraktur behandelt wurde. Kein schöner Geburtstag.

Die Angeklagten – beide trinken gern und viel, M. hat weder Beruf noch Arbeit, Sozialassistent K. ist arbeitslos und auch noch von Crystal abhängig – gaben die Vorwürfe zu. Paul M. entschuldigte sich bei der Geschädigten. Sie hätten sich von dem Lachen des Mannes „provoziert gefühlt“, sagten sie. „Ich werde spontan gewalttätig, wenn ich was getrunken habe“, so K., „das ist scheiße.“

K. erhielt eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren, M. eine von einem Jahr und acht Monaten. Das Schöffengericht setzte die Urteile zur Bewährung aus. Als Auflage müssen sich die Männer nun auch in Therapie begeben.