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Donnerstag, 11.02.2016

Berufsschule für Bischofswerda

Das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft ist seit 2013 in der Stadt präsent. Jetzt baut es sein Angebot aus.

Von Ingolf Reinsch und Gabriele Nass

Karin Soeder – hier im Gespräch mit Umschüler Matthias Krupa – leitet das BSW-Bildungszentrum Lausitz. Mit Gründung der neuen Berufsschule wird sie auch deren Leiterin.
Karin Soeder – hier im Gespräch mit Umschüler Matthias Krupa – leitet das BSW-Bildungszentrum Lausitz. Mit Gründung der neuen Berufsschule wird sie auch deren Leiterin.

© Steffen Unger

Bischofswerda. Hauswirtschafter sind gefragt; vor allem Pflege- und weitere soziale Einrichtungen haben enormen Bedarf. Das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft (BSW) reagiert auf diese Entwicklung und gründet in Bischofswerda eine Berufsschule. Sie geht mit Beginn des neuen Schuljahres 2016/2017 im August an den Start. Rund 15 junge Frauen und Männer können in einem Jahrgang lernen und in drei Jahren ausgebildet werden, sagt Karin Soeder. Die Rammenauerin leitet das Bildungszentrum Lausitz des Bildungswerkes der Sächsischen Wirtschaft (BSW), an dem die neue Schule angedockt wird. Damit wird sie auch Chefin der neuen Schule sein.

Gedacht ist die Ausbildung vor allem für Oberschüler. Sowohl mit Real- als auch Hauptschulabschluss hat man eine Chance. Bewerben kann man sich mit der Halbjahresinformation dieses Schuljahres. Das ist bereits jetzt möglich, sagt Karin Soeder. Interessenten können ihre Bewerbungsmappe entweder direkt beim BSW in Bischofswerda oder bei einem seiner Praxispartner einreichen. Zu diesen Partnern gehört zum Beispiel die Oberlausitzer Pflege- und Kurzzeitpflege gGmbH. Sie betreibt Seniorenheime unter anderem in Bischofswerda und Neukirch.

Praktische Ausbildung in Firmen

In der ehemaligen Betriebsstätte des Fortbildungswerkes an der Neustädter Straße, dem Sitz des BSW in Bischofswerda, gibt es alles, was man für die Ausbildung zum Hauswirtschafter braucht: Lehrküche sowie Arbeitsplätze fürs Waschen, Bügeln und die Pflege von Haus und Garten. Hier lernen die Azubis die Grundlagen ihres Berufes kennen. Die praktische Ausbildung erfolgt in Betrieben der Region. Alle Lehrer der künftigen Schule sind bereits an Bord, arbeiten auch in anderen Bereichen. Zum Team gehört eine Hauswirtschaftstechnikerin – die Grundlage, um ausbilden zu können. „Viele Einrichtungen scheitern mit der Hauswirtschaftslehre, weil sie weder einen Techniker noch einen Meister haben“, sagt Karin Soeder.

Geplant ist ebenfalls, ab dem Sommer eine berufsbegleitende Förderschule in Bischofswerda einzurichten. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Förderschüler sowie Schüler mit schlechtem Hauptschulabschluss oder ganz ohne Abschluss. In einem Jahr werden sie auf eine Hauswirtschaftslehre vorbereitet. Bei guten Leistungen können diese zwölf Monate bereits als erstes Lehrjahr anerkannt werden. Die Schüler können ihre Ausbildung dann an der Berufsschule fortsetzen.

Leistungen für ganz Ostsachsen

Das BSW-Bildungszentrum Lausitz mit Sitz in Bischofswerda entstand durch den Zusammenschluss der Zentren Bautzen und Bischofswerda. Betreut werden von hier aus Bildungsangebote in der gesamten sächsischen Lausitz. Für Ralf Hübner, Geschäftsführer des Bildungswerkes der Sächsischen Wirtschaft, stellte sich die Frage nicht, „ob Bautzen, Bischofswerda oder eine andere Kommune DER geeignete Standort ist. Als sachsenweiter Bildungsdienstleister für die Wirtschaft bieten wir unsere Leistungen in der gesamten ostsächsischen Region an und werden diese mit unseren Kunden ständig weiterentwickeln“, sagte er gegenüber der SZ.

Nachdem das Fortbildungswerk Sachsen Insolvenz anmelden musste, realisiert das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft bereits seit 2013 am Standort Neustädter Straße Aus- und Weiterbildungsleistungen. „Auch überzeugte uns der Bischofswerdaer Oberbürgermeister Holm Große von guten Standortbedingungen für einen Bildungsdienstleister und von den Vorzügen seiner Stadt. Insbesondere sein Anliegen, betriebliche Bildungsarbeit in der Region zu forcieren und zu unterstützen ist ein gutes Argument“, begründet Dr. Ralf Hübner die Entscheidung für den Standort Bischofswerda,

Ganz unterschiedliche Bildungsangebote

Aktuell beschäftigt das Bildungswerk in Bischofswerda 13 Mitarbeiter, in der Mehrzahl Pädagogen und Sozialarbeiter. Zu den Bildungsangeboten gehören unter anderem die Umschulungen zu Personaldienstleistungs- und Industriekaufleuten, die Qualifizierung von Ausbildern und Deutschkurse für Asylbewerber. Darüber hinaus betreut das BSW 200 Schülerinnen und Schüler zwischen Bischofswerda und Görlitz; sie werden auf eine Ausbildung in den regionalen Unternehmen vorbereitet. Im Auftrag der Agentur für Arbeit bzw. des kreiseigenen Amtes für Arbeit und Soziales erhalten zudem Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf über das BSW eine Berufsausbildung. Sie werden unter anderem zu Gärtnern, Verkäufern, zur Friseurin und zur Immobilienkauffrau ausgebildet.

Vom ehemaligen Betriebssitz des Fortbildungswerkes an der Neustädter Straße nutzt das BSW etwa ein Drittel – ein Gebäude. Dort ist es Mieter; Gebäude und Grundstücke gehören einer Weimarer Gesellschaft, die das Areal entwickeln will.

Das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft ist als Dienstleister für sächsische Unternehmen. Es unterhält 13 Bildungszentren und mehrere Fachschulen. Es beschäftigt rund 250 Mitarbeiter.

Bewerbungen für die Ausbildung zum Hauswirtschafter: BSW, Neustädter Straße 12, 01877 Bischofswerda

web www.bsw-sachsen.de