Samstag, 23.02.2013

Berichte von totem Drogenboss „nur Gerüchte“?

Guatemala-Stadt/Mexiko-Stadt. Die Vermutungen über den möglichen Tod von Mexikos mächtigsten Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán bei einer Schießerei haben nicht bestätigt werden können. Es gehe bei dem vermeintlichen Zusammenstoß zwischen Drogenbanden im Norden Guatemalas um nichts weiter als „Gerüchte“, erklärte am Freitag der mexikanische Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong, wie der mexikanische Fernsehsender Televisa berichtete.

Der guatemaltekische Innenminister Mauricio López entschuldigte sich für seine Erklärungen vom Vortag, nach denen bei einer Auseinandersetzung unter Kriminellen in einem Dschungelgebiet des Landes einer der Toten Guzmán ähnelte. „Es konnte nichts bestätigt werden“, erklärte er am Freitag dem Rundfunksender Emisoras Unidas. Es sei alles Produkt der „chaotischen Information“ gewesen.

Nicht einmal der Tatort der Schießerei sei ermittelt worden, fügte der guatemaltekische Regierungssprecher Francisco Cuevas in einer Erklärung an Televisa hinzu. Zu dem Zusammenstoß sollte es nahe der guatemaltekischen Ortschaft San Francisco im Departement Petén gekommen sein, 450 Kilometer nördlich von Guatemala-Stadt.

Guzmán ist einer der meistgesuchten Drogenbosse der Welt. Die USA bieten fünf Millionen Dollar (3,8 Millionen Euro) für seine Festnahme, Mexiko 30 Millionen Pesos (1,8 Millionen Euro). Ende der 1980er Jahre hatte Guzmán die Führung des Sinaloa-Kartells übernommen, das tonnenweise Kokain in die USA geschmuggelt haben soll. Das genaue Alter des „Capo“ steht nicht fest. Nach einigen Quellen ist Guzmán 55, nach anderen 58 Jahre alt. Er war 1993 in Guatemala festgenommen worden, doch 2001 gelang ihm die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Mexiko. (dpa)

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