erweiterte Suche
Freitag, 11.03.2016

Bericht: Kein akzeptables Angebot für Vattenfall-Braunkohle

Wenige Tage vor dem Fristende für Interessenten zeigt sich: Es wird wohl schwer für Vattenfall, seine Braunkohlesparte in der Lausitz loszuwerden. Denn die Bedingungen sollen sich verschlechtert haben.

Die Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes der Vattenfall AG im brandenburgischen Jänschwalde (Symbolfoto).
Die Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes der Vattenfall AG im brandenburgischen Jänschwalde (Symbolfoto).

© dpa

Berlin. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall steht beim angestrebten Verkauf seiner deutschen Braunkohlesparte einem Bericht zufolge vor einer schwierigen Phase.

Wenige Tage vor dem Ablauf einer Bieterfrist zeichne sich kein akzeptables Angebot ab, schreibt das „Handelsblatt“ (Freitag). Angesichts des stark gesunkenen Strompreises im Börsen-Großhandel seien die bisherigen Interessenten nicht bereit, einen Preis zu zahlen, der Vattenfalls Erwartungen entspreche, hieß es unter Berufung auf Informanten aus dem Umfeld der Verhandlungen. Der deutsche Stromproduzent Steag werde bis zum Stichtag 16. März kein verbindliches Gebot abgegeben.

Vattenfall wollte den Bericht am Freitag nicht kommentieren. Man beteilige sich nicht an Spekulationen. Der Verkaufsprozess sei vertraulich, deshalb könne er sich auch nicht zu einzelnen Bietern äußern, sagte ein Unternehmenssprecher in Berlin. Bekannt waren bisher vier Interessenten - Steag und die drei tschechischen Unternehmen CEZ, EPH sowie Czech Coal Group.

Dem Vernehmen nach hat noch keiner der vier Bewerber seine Interessenbekundung zurückgezogen. Vattenfall ließ offen, ob der Konzern sich nach dem 16. März zum Stand der Dinge äußern wird.

Der Energieriese hatte im Oktober 2014 angekündigt, sich von der Braunkohlesparte in der Lausitz trennen zu wollen. Der schwedische Staatskonzern betreibt in Sachsen und Brandenburg fünf Kohlegruben und drei Kohle-Kraftwerke. Ein weiteres Kraftwerk teilt sich das Unternehmen mit dem Energiekonzern EnBW am sächsischen Standort Lippendorf. An dem Braunkohlrevier hängen 8 000 Arbeitsplätze.

Wegen großer Überkapazitäten hat sich der Strompreis an der Börse seit 2014 von knapp 40 Euro auf weniger als 20 Euro je Megawattstunde halbiert. Hauptgrund ist der anhaltende Ökostrom-Boom mit einer größeren Einspeisung in die Netze. Das macht die auch CO2-intensive Braunkohle-Verstromung weniger attraktiv. Vattenfall bietet zusammen mit der Braunkohlesparte zehn Wasserkraftwerke an. (dpa)