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Mittwoch, 04.10.2017

Bergblick bald wieder Sommerfrische

Die Pirnaer Architektenfamilie Seidel hat Großes mit dem alten Haus in Gohrisch vor. Drumherum soll es modern werden.

Von Katharina Klemm

Stolze Bauherren: Annette Katrin Seidel mit ihrem Sohn Peter Paul. Sie und Ehemann Uwe Seidel haben den Bergblick in Gohrisch gekauft. Sie wollen das Haus sanieren und auf dem Gelände acht Ferienhäuser errichten.
Stolze Bauherren: Annette Katrin Seidel mit ihrem Sohn Peter Paul. Sie und Ehemann Uwe Seidel haben den Bergblick in Gohrisch gekauft. Sie wollen das Haus sanieren und auf dem Gelände acht Ferienhäuser errichten.

© Marko Förster

Kurort Gohrisch. Lange passierte hier nichts. Jetzt nach mehr als 25 Jahren erhält der „Bergblick“ in Gohrisch eine neue Chance. Die Architektenfamilie Seidel aus Pirna hat das Gebäude gekauft. Sie wollen das historische Haus sanieren und auf dem weitläufigen Grundstück eine moderne Ferienwohnanlage bauen.

Als Architekten plant die Familie meist für andere. Bei diesem Projekt sind sie beides: Bauherr und Planer. „Da es unser eigenes Haus ist, können wir auch unsere eigene Vision umsetzen“, freut sich Annette Katrin Seidel. Klar ist: Der eigentliche Bergblick, so benannt, weil man eine wunderbare Aussicht zum Papststein und Gohrischstein hat, soll saniert werden.

Ursprünglich gehörte das Grundstück einer deutsch-jüdischen Familie. Es wurde wie damals typisch in Gohrisch als Sommerfrische genutzt. Zu DDR-Zeiten war es ein Ferienheim des VEB Kombinat Robotron. Seitdem steht es leer. Insgesamt ist wenig über die Historie des Hauses bekannt. Annette Katrin Seidel möchte jedoch mehr herausfinden. Und hofft auch auf das Wissen aus der Bevölkerung. „Vielleicht hat ja noch jemand ganz alte Fotos oder erinnert sich an die früheren Besitzer“, sagt sie.

Wie das Haupthaus nach der Sanierung genutzt werden soll, steht noch nicht fest. Die Bauherren haben verschiedene Ideen: Ferienwohnungen oder ein Gemeinschaftsraum für die Ferienanlage. Im dahinterliegenden Nebengebäude könnte zum Beispiel eine Wohnung für den Verwalter eingerichtet werden.

Die Architektenfamilie ist schon vor etwas zehn Jahren auf das Gebäude aufmerksam geworden. „Wir haben uns vom ersten Tag an in das Gebäude und das Grundstück verliebt“, erklärt sie. Sie und ihr Mann hätten sich damals gesagt, dass man dieses Haus schützen und etwas draus machen müsse. Als sie dann im letzten Jahr die Möglichkeit hatten, das Haus zu kaufen, stand die Entscheidung schon fest.

Und damit fing die Arbeit an. Derzeit tüftelt Annette Katrin Seidel daran, wie die acht neuen Ferienhäuser unterschiedlicher Größen genau aussehen sollen. „Wir wollen etwas Neues für die Sächsische Schweiz entwickeln“, sagt sie. Ein bisschen wie Chalets in der Schweiz könne man es sich vorstellen oder Berghäuser. „Aber eben etwas eigenes für die Sächsische Schweiz.“ Ganz sicher, welcher Begriff der beste für ihre Pläne ist, weiß sie daher noch nicht. Der Name für die Häuser werde sich wohl mit dem Projekt entwickeln. Bei einem ist sich Annette Katrin Seidel jedoch sicher: „Es soll aussehen als wäre es schon immer da“, so die Innenarchitektin. Wichtig ist ihr, dass viele Naturmaterialien verbaut werden. Sie wolle viel Holz, aber auch Sandsteinverblendungen einsetzen. Alles soll in sich geschlossen und stimmig sein, so schwebt es Annette Katrin Seidel vor. Und trotz der modernen Architektur eben auch gemütlich.

Derzeit wird der Bebauungsplan für das Grundstück an der Pfaffendorfer Straße erstellt. Daher heißt es für Familie Seidel jetzt erst einmal warten. „Das Verfahren läuft jetzt an“, sagt Annette Katrin Seidel. „Wir hoffen im ersten Halbjahr 2018 alle nötigen Genehmigungen zusammen zu haben.“ Dann kann die Familie ihre Vision endlich umsetzen.