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Samstag, 13.01.2018

Bereit für den Käuferansturm

Am Montag beginnt der Vorverkauf für die diesjährigen Krabatfestspiele. Die Veranstalter haben technisch aufgerüstet.

Szenenbild der 2017er-Aufführung in der Krabatmühle Schwarkollm: August der Starke bezirzt die Gräfin Cosel.
Szenenbild der 2017er-Aufführung in der Krabatmühle Schwarkollm: August der Starke bezirzt die Gräfin Cosel.

© Archivfoto: Gernot Menzel

Schwarzkollm. Den Rekord von Roland Kaiser haben die Veranstalter der Krabatfestspiele zwar nicht geknackt, aber binnen einer knappen halben Stunde waren die verfügbaren Online-Tickets für die Aufführungen im vorigen Jahr restlos ausverkauft. Auch beim Telefonverkauf ging es dann fix, bis alle Karten weg waren. Nun wappnen sich die Mitarbeiter der veranstaltenden Agentur 0351 aus Pesterwitz bei Dresden für den 15. Januar. Dann beginnt der Vorverkauf für die diesjährigen Festspiele auf dem Gelände der Krabatmühle Schwarzkollm.

15 Open-Air-Vorstellungen finden zwischen 27. Juni und 15. Juli statt. Für jede werden 600 Karten verkauft, wobei ein bestimmtes Premieren-Kontingent für Ehrengäste und Medienvertreter zurückgehalten wird, wie bei anderen Veranstaltungen ebenfalls üblich. Man darf davon ausgehen, dass die Nachfrage die verfügbaren Plätze erneut übersteigen wird. „Wir könnten locker das Doppelte verkaufen“, weiß Festspiel-Intendant Peter Siebecke aus der Erfahrung heraus. Gleich nach Ende der letzten Vorstellung 2017 habe es eine Riesen-Nachfragewelle gegeben, die zwischenzeitlich abebbte, aber in letzter Zeit wieder Fahrt aufgenommen habe. „Wir werden schon bis aus Bayreuth angebimmelt.“

Das ist beim Ticketkauf zu beachten

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Wann startet der Kartenvorverkauf?
Er beginnt am 15. Januar um 8 Uhr über das Bestellformular auf der Internetseite www.krabat-festspiele.de sowie um 10 Uhr über die Hotline 0351 4107955 (Mo.-Fr. von 10-14 Uhr). Pro Person und E-Mail-Adresse können maximal 8 Karten erworben werden; eine im Vergleich zu den Vorjahren reduzierte Anzahl. Die Veranstaltung ist für Kinder unter zehn Jahren nicht geeignet.

Was kosten die Tickets?
Die Ticketpreise sind leicht angehoben worden. Eine Karte ist für 34 Euro (plus Bearbeitungs-/ Versandgebühr) zu haben. Enthalten ist in diesem Preis erstmals eine Kulturabgabe zur Erhaltung der Schwarzkollmer Krabatmühle in Höhe von 4,21 Euro. Ermäßigungen gibt es keine.

Wie läuft die Online-Bestellung ab?
Die ist nur über das Bestellformular auf der Festspielseite möglich, das erst ab dem 15. Januar freigeschaltet wird. Formlose Bestellungen per E-Mail werden nicht berücksichtigt. Das Gleiche gilt für Vorbestellungen und Reservierungen, die vor dem offiziellen Verkaufsstart an die Veranstalter geschickt werden. Wenn sich ein Bestellformular nicht mehr öffnen lässt, so ist das jeweilige Karten-Online-Kontingent für den gewünschten Tag bereits erschöpft. In diesem Fall die Hotline nutzen. Erfahrungsgemäß kann der Server beim Verkaufsstart stark überlastet sein. Die Veranstalter bitten in diesem Fall darum, zu vermeiden, das Programm ständig neu zu laden, insofern das zu einem kompletten kurzzeitigen Zusammenbruch des Betriebssystems führen könne.

Wie wird der Kauf abgewickelt?
Mit dem Erhalt der automatischen Bestellbestätigung (online) sowie einer telefonischen Bestellung über die Hotline haben Käufer ihre Eintrittskarten sicher. Zu bezahlen sind sie innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungslegung. Die Veranstalter bitten darum, umgehend zu prüfen, ob die entsprechende/n Eintrittskarte/n für die gebuchte Vorstellung zugeschickt wurde/n. Kartenrückgabe oder Umtausch von richtig ausgelieferten Tickets sind generell ausgeschlossen. Bei Verlust der Eintrittskarte kann nur Ersatz geleistet werden, wenn ein personenbezogener Zahlungsnachweis durch den Käufer erbracht werden kann, heißt es seitens der Veranstalter.

Kann man sich einen Platz aussuchen?
Die Sitzplatzvergabe erfolgt automatisch durch das elektronische Bestellsystem. Anspruch auf einen bestimmten Sitzplatz besteht nicht.

Nun gab es in der Vergangenheit oft Frust bei denjenigen, die kein Kartenglück hatten, die am Telefon nicht durchkamen oder vom zugriffszahlenbedingten lahmgelegten Server betroffen waren. Ihrem Ärger machten die Ticketlosen vor allem in den sozialen Internetnetzwerken und natürlich bei den Veranstaltern Luft. „Schieberei“, „unprofessionell und laienhaft“, „enttäuschend“, waren noch die netten Kommentare. „Es wird immer lachende und weinende Gesichter geben“, sagt Peter Siebecke. Grundsätzlich stellt er klar, dass private Veranstalter generell selbst bestimmen, auf welchem Weg Eintrittskarten verkauft werden. „Es gibt aber keine Schiebereien“, stellt er klar. Es komme eben einfach der Punkt, an dem sämtliche verfügbaren Tickets weggekauft seien. „Wenn ein Flugzeug ausgebucht ist, kann auch keiner mehr hinein“, so sein Vergleich.

Die Festspiele auszudehnen oder die Zahl der Sitzplätze zu erhöhen, das wurde auch schon früher angesprochen, ist aber aktuell kein Thema. „Länger zu spielen, das ist den Einwohnern, Laiendarstellern und ehrenamtlichen Helfern nicht zuzumuten. Wir sind da schon an der Obergrenze.“ Mehr Bänke und Plätze würde bedeuten: weg mit den Tischen und auch her mit mehr Technik. Der gemütliche, familiäre Charakter der Festspiele auf dem Mühlenhof wäre so nicht mehr gegeben, sagt der Veranstalter. Eine Änderung gibt es in diesem Jahr aber: Andere Bänke sollen für bessere Sicht in den hinteren Reihen sorgen.

Die Agentur 0351 hat sich auch eine neue Telefonanlage und neue Rechentechnik angeschafft. Bei 5 000 Zugriffen pro Minute machte der Server im vergangenen Jahr zum Vorverkaufsstart die Grätsche. Das kann bei großem Ansturm jetzt aber genauso passieren. Fünf Mitarbeiter nehmen die telefonischen Bestellungen entgegen. „Sie sind schon schnell“, sagt Peter Siebecke. Aber auch hier gilt: Gegebenenfalls geduldig sein, wenn die Drähte glühen und nur ein nerviges „tut, tut, tut“ zu hören ist. Die Internet- und Telefonverkaufsvariante soll eine Chance für jene sein, die nicht online gehen können oder wollen. Die Kartenkontingente aufzuteilen, beispielsweise eine bestimmte Anzahl über Touristinfos der Region zu verkaufen (wo sich die Kaufinteressierten dann anstellen müssen), davon hält Peter Siebecke nichts, schon allein wegen der vielen auswärtigen Festspiel-Besucher. „Mit unserem Projekt möchten wir ja auch den Tourismus ankurbeln ...“

Und wie läuft die künstlerische Produktion für das neue Stück? „Planmäßig“, lässt der Intendant wissen, will aber noch nicht ins Detail gehen. Das Zusammenstellen des Schauspielerteams sei „weit fortgeschritten“, sagt er. Außerdem gibt es zwei neue Mitwirkende hinter den Kulissen für Buch und Regie. Aber auch hierzu soll noch nichts verraten werden.