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Mittwoch, 16.08.2017

Beraten - Unterstützen - Begleiten

Integrationsprojekte schaffen Arbeit für behinderte und nichtbehinderte Menschen.

Die gemeinnützige Reichenbacher Integrations- und Servicegesellschaft mbH (RIS) ist beispielsweise in der Grünanlagenpflege tätig | Foto: RIS
Die gemeinnützige Reichenbacher Integrations- und Servicegesellschaft mbH (RIS) ist beispielsweise in der Grünanlagenpflege tätig | Foto: RIS

Zu den neuen, inzwischen wesentlichen und nicht mehr wegzudenkenden Strukturen für eine gelungene Inklusion auf dem Arbeitsmarkt gehören die Integrationsprojekte.

In einen Integrationsprojekt arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand - dies ist das wesentliche Kennzeichen der Integrationsunternehmen. Sie erfüllen einen doppelten Auftrag: Sie beschäftigen besonders betroffene schwerbehinderte Menschen und müssen sich gleichzeitig, wie jedes andere Unternehmen auch, mit ihren Produkten und Dienstleistungen im Wettbewerb am Markt behaupten. Dazu zählen neben sozialem Engagement ebenso interessante Geschäftsideen, konstant gute Qualität zu attraktiven Preisen sowie eine adäquate Personalführung.

Jede Form öffentlicher Unterstützung dient nicht dem Ausgleich unternehmerischer Risiken, sondern einem fairen Ausgleich der Nachteile, die durch die besondere Struktur der Belegschaft entstehen. In Sachsen bestehen gegenwärtig 52 Integrationsprojekte in den unterschiedlichsten Branchen. Sie beschäftigen insgesamt 1.500 Menschen, davon 641 Mitarbeiter mit Behinderungen. (Stand 31.12.2014)

Hand in Hand erfolgreich

Die gemeinnützige Reichenbacher Integrations- und Servicegesellschaft mbH (RIS) ist ein solches Integrationsunternehmen; im konkreten Fall mit kommunaler Beteiligung der Stadt Reichenbach/O.L. Aus den guten Erfahrungen heraus, die die Stadt bei der Schaffung von Außenarbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen der Görlitzer Werkstätten gemacht hat, entstand die Idee, ein eigenes Integrationsunternehmen zu schaffen. Diese Idee wurde mit der Gründung der gemeinnützigen Integrations- und Servicegesellschaft mbH, in Zusammenarbeit mit den Görlitzer Werkstätten, im Sommer 2011 in die Tat umgesetzt. Durch die Ausgliederung der Geschäftsfelder des technischen Bereiches (Hausmeister- und Reinigungsdienste sowie Tätigkeiten des Bauhofes) der Stadtverwaltung in die RIS mbH konnten bisher 16 versicherungspflichtige Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen neu geschaffen werden.

Die Erfahrungen der Fachkräfte aus der Stadtverwaltung und die Fähigkeiten der Mitarbeiter mit Behinderung haben in kurzer Zeit in den einzelnen Arbeitsgebieten zu einem gut funktionierenden Arbeitsteam geführt. Inzwischen genießt die RIS mbH in Reichenbach und Umgebung ein hohes Ansehen. Die steigende Anzahl von Aufträgen aus den unterschiedlichsten Bereichen ist ein Beweis dafür und zeigt, dass die Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung bei entsprechendem Willen aller Beteiligten möglich und erfolgreich ist.

Integrationsprojekte:

  • bieten versicherungspflichtige Arbeitsplätze zu tariflichen oder gesetzlichen Konditionen für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen,
  • beschäftigen mindestens 25 und in der Regel höchstens 50 Prozent Mitarbeiter aus der Zielgruppe,
  • gibt es in zwei Formen: rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Integrationsunternehmen und unternehmensinterne rechtlich unselbstständige Betriebe oder Betriebsabteilungen von privatwirtschaftlichen Unternehmen oder öffentlichen Dienststellen,
  • werden als besondere Betriebe des Arbeitsmarktes definiert, erwirtschaften die zur Kostendeckung notwendigen Umsätze durch Teilnahme am Wirtschaftsleben.

Fördermöglichkeiten:

  • Zuschüsse zu den notwendigen Investitionen der Arbeitsplatzausstattung der Mitarbeiter mit Behinderungen (bis zu 70 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtkosten, maximal 30 000 € pro Arbeitsplatz),
  • Abgeltung eines besonderen Aufwandes, der durch die Beschäftigung eines großen Anteiles von Menschen mit Behinderungen entsteht,
  • Ausgleich von bestehenden Minderleistungen und personellem Unterstützungsbedarf für die Beschäftigten der Zielgruppe - als Pauschale pro schwerbehindertem Mitarbeiter ,
  • notwendige behindertengerechte Arbeitsplatzausstattung,
  • betriebswirtschaftliche Beratung und Betreuung.

Kontakt:

Sie haben eine Geschäftsidee, ein überzeugendes Konzept und sind sozial engagiert? Dann sprechen Sie uns an:

Kommunaler Sozialverband Sachsen

www.ksv-sachsen.de

Kathrin Hartig, Telefon: 0371 577 379