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Dienstag, 09.02.2016

Belästigte erweitert Vorwürfe gegen Flüchtling

Hat ein Asylbewerber in Kollm eine junge Mutter mehr als nur beleidigt? Die Frau übt Kritik an der Darstellung der Polizei.

Von Alexander Kempf

In der Unterkunft am Quitzdorfer Stausee ist der beschuldigte Flüchtling untergebracht.
In der Unterkunft am Quitzdorfer Stausee ist der beschuldigte Flüchtling untergebracht.

© André Schulze

Kollm. Die Polizei ermittelt gegen einen in Kollm untergebrachten Flüchtling wegen Beleidigungen. Eine junge Mutter wirft ihm vor, sie und ihren Sohn zunächst auf einem Spielplatz und später vor einem Bungalow belästigt zu haben. Nach Darstellung der Frau, deren Name der Redaktion bekannt ist, soll der Flüchtling sie nicht nur nach Sex gefragt haben, sondern sie auch an Arm und Po berührt haben. „Er hat mit seiner Hand an meinen Hintern gepackt“, sagt die 22-Jährige. Sie und ihr 25-jähriger Partner haben am Sonntagnachmittag Kontakt zu verschiedenen Medien gesucht. Sowohl die Betroffene als auch ihr Freund sind mit der Darstellung des Falls im Polizeibericht nicht einverstanden. Sie werfen dem 19-jährigen Flüchtling mehr als nur Beleidigungen vor.

Die Polizei will den Fall nun prüfen. Den Vorwurf, nicht genügend Details in der Pressemitteilung zu schreiben, teilt Thomas Knaup nicht. „Wir sind für eine nüchterne Berichterstattung“, stellt der Pressesprecher der Polizeidirektion Görlitz klar. Bisher verfolge die Polizei den Tatbestand der Beleidigung. „Wir stehen hier am Anfang eines Ermittlungsverfahrens“, sagt Thomas Knaup und bittet um Geduld.

Auch im Falle einer sexuellen Nötigung im Asylbewerberheim in der Nieskyer Fichtestraße hat die Polizei zunächst Details ausgespart. Der Tatvorwurf ist jedoch unscharf und reicht von einer vulgären Beleidigung bis hin zu einem möglichen Gewaltverbrechen. Auf Nachfrage hat Thomas Knaup damals erklärt, die 29-Jährige sei von dem Beschuldigten an Po und Brüsten berührt worden.