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Mittwoch, 28.09.2016

Bekennerschreiben aufgetaucht

Am Tatort an der Moschee in Cotta am 27. September.
Am Tatort an der Moschee in Cotta am 27. September.

© REUTERS

Dresden. Nach den beiden Sprengstoffanschlägen am späten Montagabend in Dresden ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht sein. Das berichtete Sachsens Innenminister Markus Ulbig im Morgenmagazin des ZDF.

Wie ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber sz-online.de sagte, sei das Schreiben am Dienstag Website linksunten.indymedia.org zu sehen gewesen, auf der Jedermann publizieren kann. Es wurde wenig später allerdings wieder gelöscht.

Das mit einigen Rechtschreibfehlern erstellte Dokument ist über den Cache von Suchmaschinen nach wie vor zu finden. Demnach gab es zwei Versionen - eine von 16:24 Uhr und eine von 20:30 Uhr. Als Verfasser ist dort „Antifa Dresden“ genannt, die das Schreiben via Twitter aber als Fälschung bezeichnete.

Bilder von den Tatorten

Mahnwache vor der Moschee in Cotta

Im Schreiben hieß es „Wir haben das Feuerwerk zum ,Tag der Deutschen Einheit‘ etwas vorverlegt und damit zum einen das ICC aber auch ein islamistisches ,Gottes‘haus beglückt.“ Man habe mit den Taten gegen „Standortnationalismus, Partypatriotismus und Nützlichkeitsrassismus“ protestieren wollen, aber auch „gegen eine frauen- und israelfeindliche faschistische und antisemitische Ideologie“.

Zwei Sprengsätze waren am Montagabend innerhalb kurzer Zeit vor der Tür einer Moschee und auf der Terrasse des Kongresszentrums in Dresden explodiert. Menschen wurden nicht verletzt.

Links zum Thema

Die Ermittlungen liefen noch immer in alle Richtungen, sagte Innenminister Ulbig im ZDF. Wenn jemand gegen eine Moschee vorgehe, könne man eine rechtsextremistische oder zumindest ausländerfeindliche Tat nicht ausschließen. (szo/dpa)


Das angebliche Bekennerschreiben

Das auf einer linken Internetplattform veröffentlichte Schreiben ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen der Polizei. Es gibt Zweifel, ob es echt ist.