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Dienstag, 14.11.2017

Beim Lößnitzdackel wird gebaut und geschrubbt

Die gut durchgespülten Dampflokomotiven rollen bald wieder auf neuen Gleisen und Schwellen.

Von Uta Büttner

Wie hier im Bahnhof Radebeul-Ost werden auch auf dem Damm im Dippelsdorfer Teich Schwellen der Lößnitzgrundbahn ausgewechselt. Ab Sonnabend rollen die Züge wieder.
Wie hier im Bahnhof Radebeul-Ost werden auch auf dem Damm im Dippelsdorfer Teich Schwellen der Lößnitzgrundbahn ausgewechselt. Ab Sonnabend rollen die Züge wieder.

© Norbert Millauer

Radeburg/Moritzburg/Radebeul. Noch ist Ruhe auf der Strecke des Lößnitzdackels zwischen Radeburg und Radebeul. Kein Pfeifen und kein Qualm. Denn wie jedes Jahr im November ist die Strecke komplett für Baumaßnahmen gesperrt. Erst am 18. November rollt die erste Bahn wieder durch den Lößnitzgrund und über den Damm im Dippelsdorfer Teich.

Gearbeitet wird diesmal am Bahnhof in Radebeul-Ost. Neben dem Austausch einer Weiche werden die Gleise eins und zwei erneuert. Zudem werden 300 verschlissene Holzschwellen und die Brückenbalken im Bereich vom Dippelsdorfer Damm in Moritzburg ausgewechselt. Das sind relativ wenig im Vergleich zu 2015. Damals wurden rund 1 000 Schwellen auf der Strecke zwischen Moritzburg und Cunnertswalde ausgetauscht. Im Vorjahr gab es keine Arbeiten am Oberbau der Strecke.

„Insgesamt investiert die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) rund 400 000 Euro“, sagt SDG-Eisenbahnbetriebsleiter Mirko Froß. Gefördert wird diese Maßnahme vom Verkehrsverbund Oberelbe. Zudem erfolgt auch in diesem Jahr der jährliche Grünschnitt. Dabei werden ebenfalls umgestürzte Bäume weggeräumt.

Aber nicht nur Gleise und Schwellen erfahren eine Verjüngungskur. In den knapp drei Wochen der Streckensperrung heißt es für die drei Dampflokomotiven: sich mal ordentlich waschen zu lassen. Dazu wird der Kessel an den sogenannten Waschluken geöffnet und mit Wasser ausgespült, erläutert Mirko Froß. Dadurch werden Rückstände ausgespült, die bei der Erhitzung des Wassers im Dampfkessel entstehen. Zudem werden Kleinreparaturen am Fahrwerk und dem Führerstand ausgeführt. Und dann können die Loks ab dem 18. November – pünktlich zum Beginn der Ausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ auf Schloss Moritzburg – in den nächsten Wochen und Monaten auch weiterhin ordentlich Dampf machen.

„Derartige Veranstaltungen sind generell wichtig für die Gewinnung von Fahrgästen“, sagt Mirko Froß. Denn von Veranstaltungen rund um die Bahn – egal, ob von Partnern der SDG oder anderen Anbietern – profitiert auch die Lößnitzgrundbahn. So gibt es Reiseveranstalter, die nur in der Zeit der Aschenbrödel-Ausstellung für ihre Gäste eine Fahrt mit der Schmalspurbahn buchen.

Während die Lößnitzgrundbahn 2016 einen leichten Rückgang der Fahrgastzahlen zu verzeichnen hatte, bleibt 2017 die Zahl etwa konstant im Vergleich zum Vorjahr. „Die genauen Zahlen werden Anfang 2018 ausgewertet“, sagt Mirko Froß. Gerade einmal rund 30 Prozent der Kosten können durch Einnahmen, vor allem aus dem Fahrscheinverkauf, gedeckt werden. Preiserhöhungen wird es laut Unternehmen für dieses und auch nächstes Jahr trotzdem nicht geben. Die Befürchtung geringerer Zuschüsse vom Land aufgrund des Ausbaus der Strecke Dippoldiswalde bis Kipsdorf hat sich aber nicht bestätigt. „Der Zuschuss für die Lößnitzgrund- und Weißeritztalbahn ist gleich geblieben“, sagt der Bahnbetriebsleiter.

Glühweinfahrt fast ausgebucht

Als nächste Veranstaltungs-Höhepunkte starten die Nikolausfahrten am 9. und 10. Dezember, die gemeinsam mit dem Verein Traditionsbahn Radebeul angeboten werden. Erstmals in diesem Jahr bietet die SDG Glühweinfahrten unter dem Motto „Weiß und heiß erobert Dampfzug“ – es dampft aus der Glühweintasse und der Dampflokomotive. Reiseleiter informieren während der Fahrt über die Geschichte des sächsischen Glühweins sowie der Dampfeisenbahn und erzählen Anekdoten rund um Radebeul und Moritzburg.

Wer sich noch einen Platz für eine Glühweinfahrt sichern will, der muss sich beeilen. Die Fahrt am 9. Dezember ist bereits ausgebucht, für den 31. Dezember um 17.26 Uhr ab Bahnhof Radebeul-Ost sind noch wenige Restplätze vorhanden, teilt das Unternehmen mit.

www.loesnitzgrundbahn.de