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Montag, 01.02.2016

Bautzener Friedenspreis verliehen

Der Verein Bautzner Frieden zeichnete am Sonnabend verdienstvolle Persönlichkeiten aus. An einem besonderen Ort und einem besonderen Datum.

Von Carmen Schumann

Margarethe Nowak (l.) und Reiner Braun erhielten jetzt den Bautzener Friedenspreis.
Margarethe Nowak (l.) und Reiner Braun erhielten jetzt den Bautzener Friedenspreis.

© Carmen Schumann

Bautzen. Margarethe Nowak kümmert sich seit 1990 um die Kinder von Tschernobyl, sorgt dafür, dass Mädchen und Jungen aus dem verstrahlten Gebiet schöne Ferientage in der Oberlausitz genießen können. Der Friedensaktivist Reiner Braun war 1987 das erste Mal in der Gegend um Tschernobyl und kehrte zutiefst deprimiert in die BRD zurück. Am Sonnabend trafen die Bautzener Ehrenamtlerin und der Friedensaktivist in Bautzen zusammen, an einem besonderen Ort und zu einem besonderen Anlass. Im Sorbischen Museum auf der Ortenburg wurden die beiden vom Verein „Bautzner Frieden“ ausgezeichnet.

Engagiert für Völkerverständigung

Margarethe Nowak erhielt einen Preis für ihr soziales Engagement und als Draufgabe ein Gemälde, welches ein Mädchen mit einer Friedenstaube zeigt. Die 150 Euro Preisgeld will die 85-jährige Bautzenerin natürlich für den nächsten Ferienaufenthalt der Tschernobyl-Kinder verwenden. Sie dankte allen, die über all die Jahre hinweg diese Ferienaufenthalte ermöglichten, nämlich die Gasteltern, Unterstützer und Sponsoren. Über 250 Kinder aus Buda-Koschelowo sind mittlerweile in Bautzen zu Gast gewesen. Margarethe Nowak, die frühere Lehrerin für Russisch, organisierte schon zu DDR-Zeiten Russischolympiaden und leitete im damaligen Pionierhaus einen Polnisch-Zirkel. Sie sorgte federführend mit dafür, dass sich die ehemalige Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF) in die Gesellschaft Deutschland-Osteuropa wandelte. Immer habe sie sich für die Völkerverständigung eingesetzt, lobte die Laudatorin und Lehrerkollegin Birgit Delling.

Urgestein der Friedensbewegung

Reiner Braun erhielt den Bautzner Friedenspreis für seine Bemühungen, alle friedliebenden Kräfte der Welt unter einem Dach zu vereinen. Das „Urgestein der Friedensbewegung“, wie Laudator Mario Groebe sagte, versuche ständig, das Trennende der verschiedenen Strömungen der Friedensbewegung zu überwinden. In seiner Dankesrede sagte Braun, dass er weiterhin alles tun werde, um das kriegerische Engagement der heutigen Bundesregierung zu überwinden. Denn: „Wer Krieg sät, wird Flüchtlinge ernten“, wie der 63-Jährige unterstrich. Reiner Braun engagiert sich seit 1982 in der Friedensbewegung und gehörte zu den Mitorganisatoren des Krefelder Appells gegen die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen.

Die Preisverleihung erfolgte am 998. Jahrestag des Bautzener Friedens, der 1018 einen 15-jährigen Krieg beendet hatte.