erweiterte Suche
Donnerstag, 02.03.2017

Baustart für neue Bahntrasse

In Strehlen haben Arbeiten für die Straßenbahngleise begonnen. Parallel dazu entsteht ein kleines Einkaufszentrum.

Von Christoph Springer

Vor dem Bahnhof in Strehlen wird die Oskarstraße umgebaut. Hier fahren künftig Straßenbahnen, das Bahnhofsgebäude wird ab Herbst saniert.
Vor dem Bahnhof in Strehlen wird die Oskarstraße umgebaut. Hier fahren künftig Straßenbahnen, das Bahnhofsgebäude wird ab Herbst saniert.

© René Meinig

Es geht auch etwas kleiner als in der Hauptstadt. In Berlin nahe dem Potsdamer Platz stand die Infobox, in Dresden am Bahnhof Strehlen steht ein Infocontainer. In der Infobox konnten sich Besucher sechs Jahre lang die Bauarbeiten auf dem Potsdamer Platz erklären lassen. Im Infocontainer erklärten Bauingenieure den Dresdnern sieben Tage lang die bevorstehenden Arbeiten an der neuen Straßenbahntrasse zwischen der Tiergartenstraße und dem Wasaplatz. Einer der wichtigsten Ansprechpartner dort war Andreas Neukirch, Bauleiter der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). „Das hat sich wirklich gelohnt“, sagt er über seine Treffen mit Baustellennachbarn in dem Container. Bei jedem seiner Termine hat er mit etwa 15 Anwohnern gesprochen, im Mittelpunkt standen dabei Fragen zu den Bus-Umleitungen und der Baudauer.

Am Mittwoch endete die Zeit der Worte in dem weißen Container. Eine Fräsmaschine kratzte am Vormittag auf dem Gustav-Adolf-Platz die Asphaltdecke von der Straße. Nahe der Brücke am Haltepunkt Strehlen trafen sich unterdessen Vertreter der Stadt, des Freistaats und der DVB, um mit Saft und Wasser auf das Projekt anzustoßen.

Der Bau der 1,2 Kilometer langen neuen Gleistrasse, die künftig die Tiergartenstraße über die Oskarstraße und den Gustav-Adolf-Platz mit dem Wasaplatz verbindet, kostet rund 16,7 Millionen Euro und soll ein Jahr dauern. Die wichtigsten Neuerungen nach dem Abschluss der Arbeiten sind eine Zentralhaltestelle für Busse und Straßenbahnen am Haltepunkt Strehlen und neue Haltestellen am Wasaplatz. Auch dort stoppen Busse und Straßenbahnen künftig an einer gemeinsamen Station, die weiten Wege über die Kreuzung sind damit passé.

Parallel dazu erneuert das Beratungsunternehmen ABG das Bahnhofsgebäude in Strehlen. Friedrich Geise, der Geschäftsführer der Firma, plant dort unter anderem eine Markthalle, Büros im ersten Stock und Aufenthaltsräume für die DVB-Mitarbeiter. „Wir beginnen im dritten Quartal 2017 und wollen im Sommer 2018 fertig sein“, sagt der Chef der Steuerberater, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater, die nebenan in dem weißen Neubau an der Ecke Oskarstraße/Wiener Straße arbeiten. Wer die Markthalle später betreiben soll, ist noch offen, so Geise. Er sei mit einem einheimischen Anbieter im Gespräch, ließ er wissen.

Hinter dem ehemaligen Bahnhof bauen die Verkehrsbetriebe ein neues unterirdisches Gebäude für die Stromversorgung der Straßenbahnen. Zuvor haben Archäologen auf dem Grundstück nach historischen Fundstücken gesucht. Sie waren erfolgreich, weiß Verkehrsbetriebe-Sprecher Falk Lösch. „Sie haben 5 000 Jahre alte Scherben gefunden.“

Der Infocontainer vor dem Bahnhof bleibt voraussichtlich noch bis Ende der Woche geöffnet. Dann soll die Bauleitung in der Julius-Otto-Straße übernehmen. Die Verantwortlichen dort können Terminfragen beantworten und stehen bei Problemen mit der Baustelle Rede und Antwort. Eine Telefonnummer gibt es allerdings noch nicht, räumte DVB-Bauleiter Andreas Neukirch ein. Die soll in den nächsten Tagen geschaltet werden.

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.