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Baumstürze versperren Straßen und legen Stromversorgung lahm

Sturmtief „Xavier“ hat auch im Landkreis heftig gewütet. Die Feuerwehren in den Gemeinden waren im Dauereinsatz.

06.10.2017

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In der Siegfried-Rädel-Straße in Pirna entwurzelte der Sturm eine zwölf Meter hohe Platane. Eine Baugrube im Wurzelbereich des Baums hatte offenbar das Unglück begünstigt.

© Daniel Förster

Sächsische Schweiz. Am schlimmsten traf Sturmtief „Xavier“ Wünschendorf. Dort konnte eine Linde den heftigen Böen nicht standhalten, gegen 18 Uhr am Donnerstagabend brach der große Baum an der Radeberger Straße um und stürzte in eine Stromleitung.

Sein Gewicht riss nicht nur die 20 000 Volt führende Leitung zu Boden, durch die Zugkräfte wurden auch zwei Masten umgelegt und mindestens ein weiterer schief gezogen. Die Stromversorgung in Wünschendorf war unterbrochen. Die Feuerwehren aus Wünschendorf und Dürrröhrsdorf-Dittersbach sperrten daraufhin die Ortsdurchfahrt und die betroffene Nebenstraße ab, während Techniker des Energieversorgers Enso die Leitung sicherten und begannen, die Masten zu richten. Die betroffenen Haushalte werden zwischenzeitlich über ein Notstromaggregat versorgt, wie Enso-Sprecherin Birgit Freund erklärt. Die Reparaturarbeiten an der Mittelspannungsleitung werden noch bis über das Wochenende andauern. Die Staatsstraße S 177 durch Wünschendorf war während der Arbeiten für rund zweieinhalb Stunden voll gesperrt.

Überall in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge hinterließ der Sturm seine Spuren. Vor allem Bäume waren es, die den Böen nicht standhielten. In Pirna allein fuhr die Feuerwehr bis Freitagmittag fast 20  Einsätze, teilt die Stadtverwaltung mit. In Birkwitz stürzte ein Baum in eine Telefonleitung, in Niedervogelgesang versperrte eine umgeknickte Weide den Elberadweg. Auf der Siegfried-Rädel-Straße fällte der Sturm eine große Platane, die offenbar wegen Tiefbau-Arbeiten im Wurzelbereich ihre Standsicherheit verloren hatte.

Ihren wohl kuriosesten Einsatz hatten die Pirnaer Feuerwehrleute in der Maxim-Gorki-Straße. Dort schlug das offene Fenster einer Wohnung durch den Wind so laut, dass es die Nachbarn um den Schlaf brachte. Da in der Wohnung selbst niemand zu Hause war, musste die Feuerwehr das Fenster sichern.

Zuschendorfer Park muss schließen

Heftig traf der Sturm auch den historischen Park am Landschloss Pirna-Zuschendorf. Dort werden die Aufräumarbeiten noch bis zu zwei Wochen dauern. „Aufgrund der Sturmschäden müssen wir leider für dieses Jahr unseren Garten schließen“, teilt Matthias Riedel, Leiter der Botanischen Sammlungen Zuschendorf, mit.

Im Schlossgarten hatte „Xavier“ eine völlig gesunde Robinie entwurzelt. Leider stand der große Baum direkt neben dem Eingangstor des Parkzuganges. Die fallende Robinie bog starke eiserne Zaunsäulen um und zerbrach zudem neun gusseiserne Säulen des unteren Zauns wie Streichhölzer. Diese historischen Säulen stammten ursprünglich aus dem Schlosspark Pillnitz.

Die Feuerwehren im Landkreis verzeichneten nach Angaben des Landratsamtes Pirna allein zwischen Donnerstagnachmittag 16.30 Uhr und Freitagmorgen 6 Uhr mehr als 75 Einsätze. Im Laufe des Freitags kamen zahlreiche weitere hinzu, vor allem aufgrund von Baumschäden. Auch die Kleinhennersdorfer Feuerwehr rückte am Donnerstag gegen 19 Uhr aus, um die Pionierlagerstraße im Gohrischer Ortsteil Papstdorf wieder frei zumachen. Dort war am Sportplatz eine Birke auf die Straße gekippt. In Gersdorf, einem Ortsteil von Bahretal, hielt eine sehr große Weide im Park den Böen nicht stand. Laut Gemeindeverwaltung soll sie am Sonnabend weggeräumt werden. (SZ/ce/dis/kk)