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Freitag, 10.06.2016

Bauleute am Herzogin Garten können jetzt feiern

Die Decken über der Tiefgarage sind geschlossen. Beim Bau im Untergrund waren einige Schwierigkeiten zu meistern.

Von Peter Hilbert

Uwe Scharping ist zufrieden. „Es ist ein schönes Gefühl“, sagt der Bauleiter. Mit seinen Männern der Firma Otto Quast aus dem nordrhein-westfälischen Siegen errichtet er für Investor Reinhard Saal das Palais an der Herzogin Garten. Jetzt ist die Decke über Tiefgarage und Kellern fertiggestellt und damit ein wesentliches Stück Arbeit geschafft. „Gott sei Dank“, sagt der 52-Jährige. Deshalb feierte er mit seinen Leuten am Mittwochabend das in seiner Heimat typische Deckenfest.

Auf dem 1,4 Hektar großen geschichtsträchtigen Areal gegenüber dem Zwinger wird ein fünfstöckiger Komplex mit 105 Wohnungen und drei Läden errichtet. Die Tiefgaragen und Keller erstrecken sich bis zu zwei Stockwerke in die Tiefe. „Der Bau war sehr kompliziert“, erläutert Scharping. Einerseits verläuft ein Abwasserkanal durchs Grundstück, andererseits gab es erhebliche Auflagen zum Hochwasserschutz. Deshalb mussten die Bauleute die Decken in der Tiefe mit unterschiedlichen Höhen herstellen. „Das war für uns schon eine Herausforderung“, sagt der Bauleiter. „Denn da kommt es auf den Zentimeter an.“

Allerdings gibt es in dem siegerländischen Familien-Unternehmen Quast ein Prinzip, auch die jungen Leute zu fördern, erklärt Scharping und klopft beim Deckenfest seinem 20-jährigen Mitarbeiter Tom Vogel auf die Schulter. Gleich nach der Maurer-Lehre arbeitet er seit August vergangenen Jahres auf dieser Baustelle. Der junge Facharbeiter wurde als Vormann eingesetzt und hatte sofort seine eigene Kolonne bekommen. Vogel war dafür zuständig, sämtliche Säulen einzuschalen, damit sie betoniert werden können. Das waren immerhin über 100. „Es ist ein schönes Gefühl, das geschafft zu haben“, sagt der junge Mann.

Auf der markanten Fläche nehmen jetzt auch die Gebäude erste Konturen an. Im hintersten, knapp 40 Meter langen Flügel arbeiten die Bauleute schon am zweiten Stock, am langen Haupthaus im Erdgeschoss. Die Decken sind dort alle auf einer Höhe. „Diese Arbeiten im Hochbau sind für uns Routine“, sagt Scharping mit Blick auf die Tiefgarage, wo das völlig anders war. Bis zu 50 Bauleute sind derzeit im Einsatz. Dennoch müssen sie straff arbeiten. „Denn die Zeit ist knapp.“

Bis Ende dieses Jahres soll der Rohbau stehen. Dann kann Scharping mit seinen Männern das nächste Mal beim Richtfest anstoßen. Geplant ist, den Neubau im Herbst 2017 zu übergeben. Vorgesehen ist auch, die alte Orangerie, von der nur das Kopfstück steht, wieder aufzubauen. Doch dafür müssen noch Details geklärt werden.