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Dienstag, 13.02.2018

Baugrund im Stadion könnte belastet sein

Genau steht das erst nach der Analyse fest. Bei der Vergabe des Auftrages ist die Kommune vom schlimmsten Fall ausgegangen.

Von Heike Heisig

Symbolbild
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© André Braun

Roßwein. Noch in diesem Monat beginnen die Vorbereitungen für den Neubau des Funktionsgebäudes im Stadion Haßlauer Straße. Die Stadträte haben die ersten beiden Aufträge vergeben. Die hat die Firma Stowasser aus Roßwein bekommen – nicht, weil das vom Ablauf her optimaler ist, sondern sie nach Prüfung die jeweils günstigsten Angebote abgegeben hat. Steffen Zaspel (Freie Wähler) hatte sich darüber gewundert, dass Baustelleneinrichtung, Erdarbeiten und Rohbau in zwei Losen ausgeschrieben worden sind. Laut Bauamtsleiterin Petra Steurer seien diese kleineren Baulose gewünscht. Daher kündigte sie allein für dieses Neubauprojekt um die 20 einzelne Vergaben an.

Beginnen wird die Firma Stowasser, sofern es die Witterung zulässt, am 27. Februar mit dem Schaffen von Baufreiheit. Zunächst müssen noch Wurzelstöcke aus der Erde, der vorhandene Kunststoffbelag entfernt, die Flutlichtanlage abgebaut und eingelagert sowie zwei Hütten abgerissen werden. Baustrom und -wasser sind zu verlegen, und auf mehr als 300 Metern ist ein Bauzaun zu stellen. Das alles kostet knapp 27 000 Euro.

Das zweite Los mit einem Auftragswert von knapp 200 000 Euro soll ab Mitte März realisiert werden. Als erstes ist der Baugrund auszuheben. „Der könnte belastet sein“, sagte Bauamtsleiterin Petra Steurer den Stadträten vor der Auftragsvergabe. Nach ihren Worten hat es eine Baugrundentnahme gegeben, „aber noch keine genaue Untersuchung des Materials“, so die Amtsleiterin. „Im Baugrund sind aber bereits Schlacken ersichtlich“, erklärte sie auf Nachfrage von Siegfried Barth (CDU). Steurer zufolge sei eine Analyse unerlässlich. „Ansonsten nimmt uns das Material kein Entsorger ab“, sagte sie. In der Kalkulation des Auftrages sind Kommune und Planungsbüro davon ausgegangen, dass der Aushub von rund 300 Kubikmetern auf einer zugelassenen Deponie entsorgt werden muss. „Sollte das nicht nötig sein, dann können wir sparen“, so die Amtsleiterin.

Im Auftrag weiterhin enthalten sind das Herstellen beziehungsweise der Einbau von Bodenplatte und Fundamenten, von Stahlbetonstützen, Ankern und Maurerarbeiten. Auch der Blitzschutz und das Verlegen des Abwasserkanals sowie dessen Anschluss ans öffentliche Netz gehören dazu. Bis 8. Juni soll der Auftrag erledigt sein.

Der neue Funktionsbau wird einmal Umkleidekabinen und Duschen sowie Toiletten für Sportler und Besucher aufnehmen. Die alten sanitären Anlagen im Flachbau am Eingang werden samt Medien wie Heizung und Wasser zurückgebaut. Die Räume können die Sportler als Lager nutzen. Von den Bauarbeiten unberührt bleiben die Gaststätte und die Wohnung in diesem Bereich.

Den Neubau kann Roßwein über den Flutschadensfonds abrechnen. Die Schäden sind zwar am Sportplatz Niederstriegis entstanden, doch dort ist kein hochwassersicherer Ersatz zu schaffen.