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Samstag, 13.01.2018 Gut zu wissen

Barrierefrei ist Trend und Trumpf

Die Seeg erweitert ihr Angebot für ältere Mieter auf der Fellbacher Straße – die Nachfrage ist groß.

Von Udo Lemke

Seeg-Projektleiter Karsten Ruckau vor dem Fahrstuhl in der 5. Etage – 20 der 24 Wohnungen in der Fellbacher Straße 5 sind bereits vermietet.
Seeg-Projektleiter Karsten Ruckau vor dem Fahrstuhl in der 5. Etage – 20 der 24 Wohnungen in der Fellbacher Straße 5 sind bereits vermietet.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Aus zwei mach eins. Das sagte sich die Stadtentwicklungsgesellschaft Seeg und verband kurzerhand die beiden Wohnblöcke Fellbacher Straße 5 und 6. Entstanden ist so ein neuer Block mit 24 Wohnungen, die über einen Fahrstuhl bis in die sechste Etage erreichbar sind. Eines der beiden Treppenhäuser musste für den Lift geopfert werden. Allerdings war das die Voraussetzung dafür, um Bedingungen zu schaffen, die einer Barrierefreiheit sehr nahe kommen. Dazu zählt auch, dass es in den Wohnungen keine Türschwellen gibt, und die zu den allermeisten Balkonen abgesenkt sind. Im Keller ist ein kleiner Gemeinschaftsraum vorhanden, „und hier ist eine Toilette und daneben eine Miniküche“, sagt Seeg-Sprecher David Császár, der durch das Gebäude führt. Inzwischen haben die Mieter die Schlüssel ,und ab kommender Woche können sie einziehen. Es ist kein betreutes Wohnen, was die Seeg in der Fellbacher Straße 5 anbietet, was allerdings nicht so bleiben muss. „Wir warten jetzt erst einmal in Ruhe ab, bis alle Mieter eingezogen sind, dann machen wir eine Versammlung und besprechen mit ihnen, welche Serviceangebote sie möchten und wir anbieten können.“ Das reicht von der Hilfe beim Ausfüllen von Dokumenten über die Essensversorgung bis zur Vermittlung von Betreuungsleistungen.

„Drei Wohnungen sind so ausgestattet, dass sie von Rollstuhlfahrern benutzt werden können“, erklärt Karsten Ruckau, der zuständige Projektleiter bei der Seeg. Dort sind etwa die Bäder mit dem Rollstuhl befahrbar und die Waschbecken lassen sich per Fernbedienung hoch- und runterfahren bis auf die gewünschte Höhe.

Jede Etage ist vor dem Fahrstuhl mit einem Großfoto hiesiger Sehenswürdigkeiten wie der Albrechtsburg oder von Schloss Moritzburg gekennzeichnet, um die Wiedererkennbarkeit der Etagen zu erhöhen. Sobald man aus dem Fahrstuhl tritt, geht über einen Bewegungsmelder das Licht an – das Suchen nach dem Lichtschalter entfällt so. Viele der neuen Mieter würden aus dem Umland kommen, ein Paar, das früher schon einmal in einem der beiden Blöcke gewohnt hat, kehrt sogar aus Mönchengladbach zurück, so David Császár. „Nur zwei der Mieter kommen aus Meißen, so dass wir mit diesem Projekt für Zuzug in die Stadt sorgen und keinen Rückgang im eigenen Bestand“, erklärt Seeg-Geschäftsführerin Birgit Richter. Man vertraut der Sanierungsqualität der Seeg.“

Projektleiter Karsten Ruckau beziffert die Kosten für den barrierefreien Umbau der beiden Blöcke auf etwa 1,7 Millionen Euro. Allerdings waren die Fassaden und die Fenster bereits früher erneuert worden. Er nennt noch zwei wesentliche Punkte, die für die große Nachfrage nach den Wohnungen an der Fellbacher Straße sorgen. Zum einen sind es die guten Einkaufsmöglichkeiten durch das gegenüber liegende Einkaufszentrum. Gerade für Leute, die kein Auto mehr haben, sei das ein unschätzbarer Vorteil. Zum anderen ist die Haltestelle für den Bus in die Stadt ebenfalls fast vor der Haustür.