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Mittwoch, 04.10.2017

Bandmitglieder für einen Abend

In Bautzen feierten am Montagabend zehn Gaststätten ein Erntedank-Fest. Einen besonderen Auftritt sahen die Besucher im Culinarium.

Von Carmen Schumann

Die vier jungen sorbischen Studenten Christoph und David Ziesch, Julian Bulang sowie Syman Handrick musizierten beim Kneipenfest im Culinarium.
Die vier jungen sorbischen Studenten Christoph und David Ziesch, Julian Bulang sowie Syman Handrick musizierten beim Kneipenfest im Culinarium.

© Carmen Schumann

Bautzen. Eng, aber gemütlich geht es im Bautzener Culinarium an der Großen Brüdergasse zu. Wer keinen Platz mehr findet, trinkt sein Bier einfach im Stehen. Für gute Stimmung an diesem Vorabend des Feiertages der Deutschen Einheit sorgt eine junge Band, die sich extra für das Kneipenfest „Erntedank-Kneiperdank“ zusammengefunden hat. Es sind sorbische Studenten, deren liebstes Hobby das Musizieren ist.

Die Geschwister Christoph und David Ziesch aus Horka, Julian Bulang aus Ostro und Syman Handrick aus Räckelwitz nennen sich „Brankatschki“. Wie Christoph Ziesch sagt, spielen sie in wechselnder Besetzung, so wie es gerade passt. Während er und sein Bruder keiner anderen Band angehören, ist Julian Bulang Schlagzeuger bei der Gruppe Drumpadu und Syman Handrick spielt bei der Band Serbeat.

Die vier jungen Musiker haben alles drauf, was dem Publikum Spaß macht, und zwar sowohl auf Deutsch als auch auf Sorbisch. Das reicht von „Die pure Lust am Leben“ von Geier Sturzflug bis hin zu populären sorbischen Stücken, die im Sorbenland jeder mitsingen kann. Die Vier nehmen Anleihen bei gestandenen sorbischen Bands wie Jankahanka, Wuzmuz oder der Skupina Luzica. Sie spielen auch Kompositionen des sorbischen Liedermachers Mercin Weclich. Und wie der Zufall es so will, ist der sogar persönlich anwesend. Er sagt: „Es ehrt mich sehr, dass sie meine Kompositionen spielen.“ Denn die meisten seiner Stücke seien ja schon Anfang der 90er-Jahre entstanden. So würden sie von Generation zu Generation weitergetragen. Vor allem lobt er das ausgezeichnete musikalische Handwerk der Laien-Musiker, die im Alltag Maschinenbau, auf Lehramt, Wirtschaftsingenieurwesen und Medizin studieren. Und in ihrer Freizeit verbreiten sie die pure Lebensfreude.

Gute Stimmung herrschte am Montagabend auch in den anderen neun Kneipen, die sich am herbstlichen „Erntedank-Kneiperdank“ beteiligten. In jedem der teilnehmenden Restaurants dominierte eine andere Stilrichtung der Musik, so dass wohl alle auf ihre Kosten kamen. Die Palette reichte von der Mittelaltermusik im Mönchshof über heiße Rhythmen in der Habana-Bar bis hin zu Pop, Rock und Schlagern. Organisiert wird das Kneipenfest jedes Jahr vom Verein Bautzener Altstadttresen.