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Samstag, 22.12.2012

Bahnchef hält trotz Mehrkosten an Finanzplan für Stuttgart 21 fest

Bahnchef Rüdiger Grube schließt trotz erheblicher Mehrkosten Abstriche beim Bahnprojekt Stuttgart 21 aus.

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Berlin/Stuttgart. Bahnchef Rüdiger Grube schließt trotz erheblicher Mehrkosten Abstriche beim Bahnprojekt Stuttgart 21 aus. Grube sagte „Bild am Sonntag“: „Wir haben uns im Rahmen der Schlichtung alle Optionen angeguckt, uns als Bahn-Vorstand mit Gutachten zusätzlich abgesichert. Fest steht, dass ein Bahnhof light keinen Sinn macht.“ Die Bahn hatte Mitte Dezember eine Kostensteigerung von 1,1 Milliarden auf nun 5,6 Milliarden Euro eingeräumt, die sie selbst schultern will. Zudem gebe es Risiken von 1,2 Milliarden Euro.

Spekulationen darüber, dass die Mehrkosten für das Vorhaben an anderer Stelle eingespart werden, wies Grube zurück. „Mehr Geld für Stuttgart 21 geht definitiv nicht zulasten eines anderen Projektes.“ S 21 habe eine eigene Finanzierung, so Grube. „Die Mehrkosten führen dazu, dass wir in den Jahren 2017, 2018, 2019 unsere Verschuldung etwas langsamer abbauen als geplant.“

Kritisch äußerte sich der Bahnchef zu den Finanzplanungen in der Zeit vor seinem Amtsantritt: „Als ich vor drei Jahren zur Bahn gekommen bin, ist mir aufgefallen, dass man 2009 einen Vertrag unterzeichnet hat, der auf dem Planungs- und Kostenstand von 2004 beruhte. Das habe ich sofort durchrechnen lassen. Und schnell war klar, dass die Kosten höher ausfallen.“ (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 6 Kommentare

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  1. nebule

    Mr. Grube, von Merkel eingesetzt, hätte damals nach der Überprüfung der Kosten, sie wahrheitsgemäß kommunizieren sollen und nicht verheimlichen. Externe Überprüfungen, z.B. vom Bundesrechnungshof wurden als nicht richtig deklariert! Das war von Anfang an eine große Volksverarschung und kann jetzt, obwohl noch nicht mal richtig mit dem Bauen angefangen, nicht mehr abgebrochen werden, so sagen die...egal was es schlussendlich kosten wird! Wessen Geld ist das?

  2. bernhard1964

    Herr Grube kommt mir so vor wie der Mann der im Baum sitzt und nicht merkt dass er gerade den Ast absägt auf dem er gerade sitzt. Merkwürdiges Verhalten!

  3. Robert Schneider

    Wenn Herr Grube nach all den Schlichtungsverhandlungen und expliziten "Streit" über die Richtigkeit der "Zahlen" und der Finanzierungsmodalitäten ( Fallgrenze 4,5Mrd.) jetzt wie Kai aus der Kiste kommt und sich damit herausreden möchte, das er einen veralteteten Finanzplan hatte..aber nicht davon wußte,... dann ist das in etwa so, als wenn KTzGtberg immer noch versucht seinen Ghostwriter für seine Misere verantwortlich zu machen.

  4. Robert Schneider

    Wenn Herr Grube nach all den Schlichtungsverhandlungen und expliziten "Streit" über die Richtigkeit der "Zahlen" und der Finanzierungsmodalitäten ( Fallgrenze 4,5Mrd.) jetzt wie Kai aus der Kiste kommt und sich damit herausreden möchte, das er einen veralteteten Finanzplan hatte..aber nicht davon wußte,... dann ist das in etwa so, als wenn KTzGtberg immer noch versucht seinen Ghostwriter für seine Misere verantwortlich zu machen.

  5. PS

    "Kostensteigerung von 1,1 Milliarden ...die die Bahn selbst schultern will" - was soll das eigentlich heißen? Sie "schultert"- auf unsere Kosten. Erstmal, indem sie die Fahrpreise erhöht. Mehrausgaben "selbst schultern" könnte nur der Bund als Eigentümer. Die Bahn selbst hat gar kein Vermögen, das sie für ungeplante Mehrausgaben dieser Investition verwenden könnte. "Verschuldung etwas langsamer abbauen als geplant" - das schafft ja kein Geld herbei, sondern kostet obendrein noch extra Zinsen. Egal woher die Bahn das Geld nimmt - die Mehrausgaben mindern den Gewinn, der entweder an den Eigentümer Bundesrepublik abgeführt oder nutzbringend investiert werden muss. Nur eines ginge - die Vorstandsbezüge kürzen. Aber das wird nicht passieren, und es würde natürlich auch nicht reichen. Mit fremdem Geld kann man trefflich "schultern".

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