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Dienstag, 24.10.2017

Baggern vor schöner Kulisse

In Laubegast gräbt sich ein Schwimmbagger in das Flussbett der Elbe. Für Schiffe würde es an dieser Stelle sonst eng werden.

Von Nora Domschke

Damit in Laubegast weiterhin Schiffe fahren können, wird gebaggert.
Damit in Laubegast weiterhin Schiffe fahren können, wird gebaggert.

© Sven Ellger

Es ist ein toller Anblick: Der Schwimmbagger vor der idyllischen Kulisse des Dresdner Elbhangs, im Hintergrund erhebt sich der Fernsehturm. So malerisch diese Ansicht anmutet – der Einsatz der Maschine hat einen ernsten Hintergrund. An dieser Stelle befand sich früher nämlich eine Furt. Ältere Laubegaster berichten, dass sie als Kinder an dieser Stelle zu Fuß durch die Elbe laufen konnten.

Weil eine flache Elbe für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt so gar nicht romantisch ist, wird das Flussbett jetzt von angeschwemmtem Kies befreit. Die Dresdner Behörde ist dafür zuständig, dass Schiffe – vor allem die schwer beladenen Frachtschiffe – auf dem etwa 70 Kilometer langen Abschnitt zwischen der deutsch-tschechischen Grenze und Niederwartha ungehindert passieren können.

Dabei wird die gesamte Strecke alle zwei Wochen überprüft. Mithilfe von Booten und Echolotsignalen messen die Experten, wie tief die Elbe an den verschiedenen Stellen ist, erklärt Außenbezirksleiter Ralf Korte. Denn die gut 40 Meter breite Fahrrinne in der Mitte des Flusses sollte einen bestimmten Wert nicht unterschreiten. Korte nennt ein Beispiel: „Wenn der in Dresden gemessene Pegel bei 84 Zentimeter liegt, muss die Fahrrinne 1,40 Meter tief sein“, sagt Korte. Das heißt, die Solltiefe berechnet sich aus dem Dresdner Pegel zuzüglich 56 Zentimetern.

Und was passiert mit dem Kies, der per Schwimmbagger aus der Elbe geholt wird? Das Material wird entweder in ein Zwischenlager transportiert. Oder der Kies wird an anderer Stelle der Elbe dafür genutzt, um Löcher aufzufüllen. Ein besonderes großes Loch gab es übrigens im Frühjahr vergangenen Jahres, als der Salzfrachter Albis tagelang an der Albertbrücke feststeckte. Unterhalb des tschechischen Schiffes waren etwa 2 000 Tonnen Kies weggespült worden. Die Albertbrücke ist nun auch das nächste Ziel des Schwimmbaggers: Ab dieser Woche wird dort allerdings angespülter Kies ausgebaggert.

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