Donnerstag, 29.11.2012

Bagger versinkt im Goldfischteich

Das Fahrzeug sackt bei den Bauarbeiten im Stadtpark weg. Rettung kommt erst am nächsten Tag.

Von Ingo Kramer

Dieser 80000 Euro teure Bagger ist am Dienstag bei den Bauarbeiten im Stadtpark im alten Goldfischteich versunken. Mithilfe eines zweiten Baggers konnte er gestern geborgen werden. Foto: Danilo Dittrich
Dieser 80000 Euro teure Bagger ist am Dienstag bei den Bauarbeiten im Stadtpark im alten Goldfischteich versunken. Mithilfe eines zweiten Baggers konnte er gestern geborgen werden. Foto: Danilo Dittrich

Sein eigenes Gewicht wurde einem Bagger am Dienstagnachmittag im Görlitzer Stadtpark zum Verhängnis. Bei den Bauarbeiten zur Neugestaltung des Goldfischteiches ist das 80.000 Euro teure Fahrzeug tief im Matsch eingesunken. Trotz aller Mühe gelang es den Mitarbeitern der Baufirma vor Ort nicht, das Gerät zu befreien.

Deshalb bestellten sie zur Bergung einen zweiten Bagger. Gestern, in den frühen Morgenstunden, haben die Arbeiter zunächst die Baggerketten freigeschaufelt. Anschließend versuchten sie, den Koloss herauszuziehen. Zwei Stunden lang mussten die Männer schaufeln, drücken und ziehen, dann war es geschafft – der Bagger stand am sicheren Ufer.

Der frühere Goldfischteich wird derzeit für 135.000 Euro denkmalgerecht saniert. Es ist vorläufig der letzte Bauabschnitt bei der Parksanierung. Die Teichsanierung geschieht nicht nur mit Eigenmitteln: 96.500 Euro, die Görlitz aus dem europäischen Efre-Förderprogramm erhält, fließen in den 1841 in einem ehemaligen Granitsteinbruch erstmals angelegten und in den 1990er Jahren aufgegebenen Teich. Der städtische Eigenanteil bleibt also gering. „Eine solche Chance für die Umgestaltung hätten wir so schnell kein zweites Mal erhalten“, ist sich Bürgermeister Michael Wieler sicher. Mit dem Geld kann am Teich viel Grundsätzliches passieren, um den Zustand von 1952 wiederherzustellen. Für den war der frühere Gartenbaudirektor Henry Kraft maßgeblich verantwortlich. Zuerst muss der Teich komplett entschlammt werden. Danach steht die Abdichtung an – vorzugsweise mit Ton statt mit Folie. Zudem müssen das Auslaufbauwerk komplett neu errichtet, die Anbindung an das Entwässerungssystem gebaut und die technische Anlage inklusive der Filtertechnik komplett erneuert werden.

Dabei soll auch eine sechs bis acht Meter hohe Fontäne nach historischen Vorgaben angelegt werden. Das wäre immerhin die größte überhaupt in den Görlitzer Parks. Auf zweierlei werden die Görlitzer aus Kostengründen aber künftig verzichten müssen: Die drei wasserspeienden Tierfiguren Fisch, Frosch und Salamander, die früher in die Wasserfläche integriert waren, abends farblich beleuchtet wurden und vor allem die Kinder begeisterten, bleiben im Depot. Zudem ist nicht geplant, noch einmal Goldfische in den Teich zu setzen.

Stattdessen will die Stadt Geld ins Umfeld des Gewässers stecken. Vor allem wird der bucklige Weg, der zum Teich führt, erneuert. Damit gelangen künftig auch Ältere und Behinderte problemlos zu der Anlage. Außerdem sind die Aussichtsterrasse sowie Sitzbänke und Mauern marode und müssen erneuert werden. Schließlich sollen auch neue Stauden gepflanzt werden.