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Samstag, 20.05.2017

Badefreuden trotz Bauarbeiten

In der Körse-Therme in Kirschau werden Flutschäden beseitigt. Dass Gäste nur wenig davon merken – dafür sorgt eine ungewöhnliche Lösung.

Von Katja Schäfer

Mit Bagger und Rüttelplatte sind Mirko Stein, Chef der gleichnamigen Baufirma aus Oderwitz, und seine Mitarbeiter dieser Tage an der Körse-Therme in Kirschau im Einsatz. Sie bereiten die Aufstellung von Containern vor, in denen vorübergehend Duschen und Toiletten untergebracht werden. Notwendig ist das, damit Hochwasserschäden am Gebäude beseitigt werden können.
Mit Bagger und Rüttelplatte sind Mirko Stein, Chef der gleichnamigen Baufirma aus Oderwitz, und seine Mitarbeiter dieser Tage an der Körse-Therme in Kirschau im Einsatz. Sie bereiten die Aufstellung von Containern vor, in denen vorübergehend Duschen und Toiletten untergebracht werden. Notwendig ist das, damit Hochwasserschäden am Gebäude beseitigt werden können.

© Uwe Soeder

Kirschau. Es ist mit einer Operation am offenen Herzen zu vergleichen: In der Körse-Therme in Kirschau beginnt die Beseitigung von Hochwasserschäden. Bei laufendem Betrieb. Betroffen ist der Bereich, durch den jeder Gast muss, bevor er schwimmen oder schwitzen kann – die Duschen und Toiletten hinter den Umkleiden. In diesem Abschnitt des Funktionsgebäudes sind die Sockel der Wände durchnässt und deshalb umfangreiche Arbeiten notwendig, erklärt Bruno Bucher. Er ist Geschäftsführer der Körse-Therme, die vergangenes Jahr mit 156 000 Besuchern das beste Ergebnis seit 2004 hatte.

Damit der Badbetrieb trotz Bauarbeiten weitergehen kann, wurde eine besondere Lösung gefunden. „Wir legen einen Bypass“, sagt Bucher. An der Außenseite des Gebäudes, wo sich bisher der Biergarten befand, wird aus Containern ein Interimsbau errichtet. Darin finden provisorische Duschen und Toiletten Platz. Der Zugang erfolgt über die Herren-Sammelumkleide, wo ein Durchbruch geschaffen wird. Am anderen Ende des Bypass-Ganges gelangen die Besucher über eine Tür in die Badehalle. Das Interimsgebäude ist rollstuhlgerecht und beheizbar. Die Vorbereitungsarbeiten dafür erfolgen dieser Tage. Unter anderem wird eine Zufahrt geschaffen.

Nach Pfingsten kommt der Bypass

Bis Pfingsten läuft der Betrieb der Körse-Therme noch wie gewohnt. In der Woche danach soll der Bypass in Betrieb gehen. Dann beginnen in den Duschen und Toiletten die Arbeiten zur Beseitigung der Schäden, die das Hochwasser 2013 angerichtet hat. Dafür müssen alle Einbauten und Fliesen raus. Die Abrissarbeiten, die Lärm und Dreck verursachen, erfolgen während der Schließzeit der Körse-Therme, die es jedes Jahr gibt, damit das Bad gründlich gewartet und gereinigt werden kann. Sie dauert vom 12. bis 22. Juni.

Danach können die Gäste Badehalle, Sauna und Solebereich wieder wie gewohnt nutzen. Die Arbeiten im Funktionsgebäude gehen weiter, doch Besucher sollen davon kaum was merken. Die Baustelle wird vom übrigen Bereich staubdicht abgetrennt. Etwa drei Wochen lang laufen Trockner. Anschließend werden die Toiletten und Duschen neu gestaltet. Mit dunkelgrauen Fliesen auf dem Fußboden und hellgrauen an den Wänden. Für farbige Akzente sorgen Trennwände und Türen in Blau und Apfelgrün. Voraussichtlich im September werden die Duschen und Toiletten wieder nutzbar sein. Der Abbau des Provisoriums ist für Oktober oder November geplant. Erst danach kann der Biergarten wieder hergerichtet werden. Er steht also im diesjährigen Sommer nicht zur Verfügung.

Außenbecken ist abgesackt

Bauarbeiten erfolgen in den nächsten Wochen auch im Gradierwerk, wo Besucher in salzhaltiger Luft entspannen können. Dort sind die Sockelbereiche instand zu setzen. Auch das soll während der Schließzeit erledigt werden. Es könne allerdings sein, dass diese Arbeiten ein paar Tage länger dauern, sagt Bruno Bucher. Gebaut wird zudem am Außenbecken. Es ist abgesackt und steht nicht mehr gerade, weil der Boden durch das Hochwasser stark durchfeuchtet wurde. „Die Fliesen kommen raus. Dann wird es mit Edelstahl ausgekleidet und dabei auf die richtige Höhe gebracht“, kündigt der Geschäftsführer an. Dafür geht das Außenbecken in der Woche nach Pfingsten außer Betrieb und wird erst Mitte August wieder freigegeben. Auch das Gelände drum herum erfährt eine Neugestaltung, weil es 30 Zentimeter abgesackt ist, wodurch Stolperfallen entstanden sind.

„Wir sind extrem hinterher, dass die Einschränkungen durch die Arbeiten für die Besucher so gering wie möglich bleiben“, betont Bruno Bucher. Damit sich die Gäste über das Baugeschehen informieren können, will er große Schautafeln aufhängen und einen Bildschirm installieren, auf dem aktuelle Fotos gezeigt werden.