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Montag, 23.02.2015

Bachmann tritt zurück vom Rücktritt

Vor vier Wochen stolpert Lutz Bachmann als Pegida-Chef über ein manipuliertes Foto, das ihn in Hitler-Pose zeigt. Der islamkritische Verein scheint anschließend zu zerbröseln. Nun stellt sich Bachmann wieder an die Spitze.

Von Fabian Schröder

Lutz Bachmann ist laut Mitteilung des Vereins wieder Chef von Pegida.
Lutz Bachmann ist laut Mitteilung des Vereins wieder Chef von Pegida.

© dpa

Dresden. Nach der Aufspaltung von Pegida und dem Weggang der Sprecherin Kathrin Oertel sowie weiterer Führungsmitglieder stellt sich der islamkritische Verein offenbar neu auf. In einem am Sonntagabend veröffentlichten Facebook-Posting heißt es: „Bis auf weiteres wurde in geheimer Abstimmung beschlossen, dass Lutz (Anm. d. Red.: gemeint ist Bachmann) weiter als einer von drei Vorständen fungiert.“

Bachmann, der am 21. Januar sein Amt niederlegte, will nun also doch wieder an der Spitze von Pegida stehen. Grund für den Rücktritt war ein in sozialen Netzwerken aufgetauchtes Foto, das ihn in Hitler-Pose zeigte. Wie die SZ berichtete, handelte es sich dabei jedoch um eine Manipulation. Außerdem zwangen ihn ausländerfeindliche Äußerungen, die er offenbar auf Facebook veröffentlichte, in die Knie. Kursierenden Screenshots und zahlreichen Medienberichten zufolge habe er zur Beschreibung von Flüchtlingen die Worte „Dreckspack“, „Viehzeug“ und „Gelumpe“ verwendet.

In der veröffentlichten Mitteilung auf der Pegida-Seite werden noch zwei weitere Personalien genannt. Demnach sollen bei der vereinsinternen Wahl Siegfried Daebritz und Stephan Baumann dem Vorstand angehören. Laut „Bild“ sollen bei der Abstimmung Bachmann zum Vorsitzenden, Daebritz zu dessen Stellvertreter und Baumann zum Kassenwart ernannt worden sein.

Die frühere Hamburger AfD-Politikerin Tatjana Festerling soll überdies als neues Mitglied aufgenommen worden sein.

Festerling war bereits als Rednerin bei Pegida aktiv. Am 9. Februar trat sie in Dresden auf die Bühne. Sie sprach im Bezug auf kritische Berichte zu Pegida von einer „Nazi-Paranoia“ in der Gesellschaft und Medienwelt. Für Aufsehen sorgte Festerling im vergangenen Jahr mit Sympathiebekundungen für die Kölner „Hooligans gegen Salafisten“-Demonstration.

Pegida will auch an diesem Montag wieder in Dresden marschieren. Zuletzt mobilisierten die Islamkritiker am 16. Februar 4 300 Menschen. Bei der Kundgebung vor einer Woche sorgte die Ankündigung, die Bewegung wolle einen eigenen Kandidaten zur diesjährigen OB-Wahl stellen, für Wirbel.