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Dienstag, 15.05.2018

Baby an Tränengas erstickt

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Ein Palästinenser wirft einen israelischen Kanister mit Tränengas zurück in die Richtung von israelischen Sicherheitskräften an der Grenze von Israel und dem Gaza-Streifen.
Ein Palästinenser wirft einen israelischen Kanister mit Tränengas zurück in die Richtung von israelischen Sicherheitskräften an der Grenze von Israel und dem Gaza-Streifen.

© Mohammed Talatene/dpa

Gaza/Tel Aviv/New York. Die Zahl der bei gewalttätigen Auseinandersetzungen im Gazastreifen an der Grenze zu Israel getöteten Palästinenser ist auf 59 gestiegen. Ein acht Monate altes Mädchen sei erstickt, nachdem es von israelischen Soldaten eingesetztes Tränengas eingeatmet habe, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza in der Nacht zum Dienstag mit.

Die Zahl der am Montag bei Massenprotesten verletzten Palästinenser belaufe sich auf 2 771, etwa die Hälfte von ihnen habe Schussverletzungen erlitten. Es war der Tag mit den meisten Todesopfern seit dem Gaza-Krieg 2014.

Die Proteste im Gazastreifen richteten sich gegen die Eröffnung der US-Botschaft am Montag in Jerusalem sowie eine mehr als zehnjährige Blockade des Küstenstreifens durch Israel und Ägypten. Die Palästinenser erinnern außerdem an die Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung vor 70 Jahren.

Israels Vorgehen an der Gaza-Grenze wurde von vielen Ländern, insbesondere in der arabischen Welt, scharf kritisiert. Die Palästinensische Autonomiebehörde will eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates.

Israel wirft jedoch der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, Zivilisten im Konflikt auf zynische Weise als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Israels Armee hat den Auftrag, Palästinenser um jeden Preis daran zu hindern, die Gaza-Grenze zu überqueren. Die Hamas wolle unter dem Deckmantel der Proteste Anschläge in israelischen Grenzorten verüben, sagte Armeesprecher Ronen Manelis. Auch am Dienstag werden neue Proteste erwartet.

Nach der Gewalt an der Gaza-Grenze lehnen die USA eine unabhängige Untersuchung der Konfrontationen ab. Unter den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats kursierte am Montag der Entwurf für eine gemeinsame Stellungnahme zu der Gewalt, in der auch eine solche Untersuchung gefordert wurde. Diesen Entwurf blockierten die USA jedoch, wie ein Diplomat der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Der Rat wollte am Dienstag über die Lage beraten und sich dabei auch vom Nahost-Beauftragten Nikolaj Mladenow informieren lassen. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 8 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Der echte jk

    "Baby an Tränengas erstickt" - immer wenn Kinder und Babys in der Berichterstattung von kriegerischen Auseinandersetzungen angeführt werden, wird es höchst manipulativ. Und wenn man sich mit einem Baby unterm Arm in die vorderste Kampflinie stellt, dann kann es schon mal passieren, dass das Folgen hat...

  2. diplomats

    Man kann daran erkennen, was für Menschen da "protestieren". Wer wegen einer Botschaft in Jerusalem sein Baby in Gefahr bringt, muss ziemlich schwer geistig gestört sein.

  3. f.weber

    der echte jk// richtig - sh. die misteriösen videos und auch als beispiel fotos der manipulierten white helmets - DIESE haben nachweislich-schwedischer arzt interprtiert. NUR PROPAGANDA !!

  4. Steinhardt

    Natürlich geht man zu Demonstrationen wo absolut voraussagbar Gewalt durch Tränengas und Gummiknüppel herrscht und auch ein Kugelhagel zu erwarten ist mit Babys. Wie bekloppt muss man da sein ?

  5. ERU

    Der Westen schützt mit allem Mitteln, bis hin zu heimlicher Atombewaffnung und deutschen U-Boot Lieferungen zum Preis von etwa 66% der Kosten, die Existenz Israels. Das ist OK. Aber der gleiche Westen tut nichts, um die israelischen Regierungen dazu zu bewegen, dass sie in gleichem Umfang auch eine erträgliche Existenz des palästinensischen Volkes sichern müssen. Jeder, der sich wirklich für die über Jahrzehnte aussichtslose und unerträgliche Situation der Palästinenser interessiert, kann dazu eine aktuelle, reale Lageeinschätzung von Michael Lüders auf der Internetseite des Deutschlandfunks lesen.

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