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Montag, 25.09.2017

Awo Sozialstation hat Personal verdreifacht

Weil es in den alten Räumen zu eng wurde, ist die Einrichtung umgezogen. Jetzt klappt es auch mit der Barrierefreiheit.

Von Jens Hoyer

Simone Kroll (von rechts) und Stefanie Schütze von der Awo-Sozialstation stehen mit Michael Heinrich von der Firma SD Verkehrswerbung vor dem Bus, der jetzt werbewirksam durch die Region rollt.
Simone Kroll (von rechts) und Stefanie Schütze von der Awo-Sozialstation stehen mit Michael Heinrich von der Firma SD Verkehrswerbung vor dem Bus, der jetzt werbewirksam durch die Region rollt.

© André Braun

Döbeln. Im vergangenen Jahr hat die Sparkasse ihre Filiale im Dienstleistungsgebäude in Döbeln Ost II geschlossen. Was für die Kunden der Sparkasse ein tiefer Einschnitt war, ist für die Sozialstation der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ein Glücksfall. Sie ist in die Räume im Erdgeschoss des Hauses an der Unnaer Straße eingezogen. Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter haben sich dadurch verbessert. „Wir haben jetzt mehr Platz in den Büros und endlich auch einen Besprechungsraum“, sagte Stefanie Schütze, die Pflegedienstleiterin. Die Sozialstation hat derzeit 33 Mitarbeiter. „Wir haben in zehn Jahren unser Personal verdreifacht“, so Stefanie Schütze. Die neuen Räume haben noch einen großen Vorteil. Sie sind für die Besucher, die sich beraten lassen wollen, einfacher zu erreichen. „Wir haben jetzt einen barrierefreien Zugang“, so Stefanie Schütze.

Auch die Tagespflegeeinrichtung der Awo hat von den Veränderungen profitiert. Sie war bisher schon im Erdgeschoss untergebracht, konnte aber von acht auf zwölf Betreuungsplätze vergrößert werden. „Man darf nur kleine Sprünge machen – oder aber ganz große. Das wollen wir aber nicht, weil dann die Individualität verloren geht“, sagte Stefanie Schütze. „Wir haben mehr Platz im Aufenthaltsraum und konnten die Schlafräume auf die andere Seite verlegen, wo es im Sommer nicht so warm ist.“ In der Tagespflege werden die pflegebedürftigen Menschen an sieben Tagen in der Woche versorgt.

Das Problem, Personal zu bekommen, ist gerade im Pflegebereich sehr ausgeprägt. „Der Bedarf ist einfach so groß und es gibt zu wenig Pflegekräfte“, sagte Simone Kroll, Bereichsleiterin Pflege bei der AWO Pflege- und Betreuungs gGmbH. Pflegeberufe sind durch ihre Arbeitszeiten an sieben Tagen in der Woche nicht unbedingt familienfreundlich. „Es wird schwieriger, dass unsere Mitarbeiter ihre Arbeit und das Familienleben miteinander vereinbaren können. Wir bezuschussen deshalb Kindergartenplätze mit bis zu 100 Euro im Monat“, so die Bereichsleiterin.

Den Döbelnern wird die Sozialstation der Awo jetzt öfter begegnen. Seit vergangener Woche fährt ein Bus mit Werbung durch die Region. „Wir wollten das auch in Döbeln haben. An unseren Standorten in Brandis und Colditz werben wir schon auf diese Art und haben viele Rückmeldungen“, sagte Simone Kroll.