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Automobilzulieferer wächst weiter

Die Stemke GmbH Kunststoff & Form hat eine große Lagerhalle bauen lassen. Jetzt gibt es wieder mehr Platz für die Produktion.

06.10.2017
Von Sylvia Jentzsch

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zulieferer wächst weiter
Die roten Gebäude der Firma Stemke GmbH Kunststoff & Form im Harthaer Gewerbegebiet fallen auf. Jetzt ist der Komplex durch eine 2000 Quadratmeter hohe Lagerhalle noch größer geworden.

© Dietmar Thomas

Hartha. Sie ist riesig, die neue Lagerhalle der Stemke GmbH Kunststoff & Form im Harthaer Gewerbegebiet. Künftig werden hier auf 2 000 Quadratmetern fertige Produkte gelagert, die innerhalb von vier bis sechs Wochen immer wieder erneuert werden, während andere auf die Reise zur Weiterverarbeitung gehen.

Die Halle hat eine Höhe von etwa neun Metern und soll voll automatisiert werden. Das heißt, mithilfe entsprechender Technik fährt der Gabelstapler allein zu den Regalen, bestückt sie oder entnimmt Waren – und das rund um die Uhr. „Damit reagieren wir zum einen auf die Situation auf dem Arbeitsmarkt und zum anderen brauchen unsere Lageristen nicht in drei Schichten arbeiten“, so Geschäftsführer Jochen Stemke. Er stellt klar, dass die bisherigen Mitarbeiter in diesem Bereich nicht befürchten müssen, keine Arbeit mehr zu haben. Sie wird eben nur leichter und effektiver – eben zukunftsorientiert, sagte Stemke.

In der Metallbau-Halle, die bis Anfang November fertig sein soll, befindet sich eine Art Haus. „Das wird das Büro für die Lageristen und oben werden Umkleideräume eingerichtet. Die vorhandenen reichen nicht mehr aus“, so Jochen Stemke. Für die Bauarbeiten hat sich das Unternehmen Firmen aus der Region wie die Metallbaufirma Martin aus dem Harthaer Gewerbegebiet als Partner gesucht. „Das haben wir bisher immer so gehalten und es hat sich bewährt“, sagte Prokuristin Katja Stemke.

Testlauf für neues Projekt begonnen

In der bisherigen Lagerhalle sollen künftig die kleineren Maschinen stehen. Damit ist mehr Platz für neue, größere in der bisherigen Produktionshalle. Die Stemke GmbH Kunststoff & Form will weiter wachsen – personell und auch vom Umfang und der Anzahl der Produkte her.

In einem Fall sind die Vorhaben bereits recht konkret. Im vergangenen Jahr hat die Firma den Zuschlag für ein neues Projekt bekommen. Sie soll künftig Teile für die neue A-, B- und C-Klasse der Daimler AG herstellen. „Das entsprechende Werkzeug ist fertig. Der Testlauf hat begonnen und ab 2018 wird produziert“, sagte Stemke.

Die Spritzgussteile des Unternehmens sind in vielen Autos und Nutzfahrzeugen, die zurzeit in Deutschland hergestellt werden, zu finden. In Hartha werden zum Beispiel die Außenspiegel für den VW-Caddy und den VW-Bus produziert. Hergestellt werden unter anderem Gurtschieber für Daimler Benz oder Lautsprecherteile aus Kunststoff für Skoda. Etwa 80 bis 85 Prozent der Produkte, die bei Stemke GmbH Kunststoff & Form hergestellt werden, sind für die Automobilindustrie. Insgesamt produziert das Unternehmen mehr als 600 verschiedene Spritzgussteile aus verschiedenen thermoplastischen Kunststoffen.

Die Stemke GmbH Kunststoff & Form war bis 2006 eine selbstständige Abteilung der Firma Stemke Kunststofftechnik in Döbeln. Im Januar 2007 gründete Jochen Stemke sein eigenes Unternehmen. Begonnen wurde mit zehn Mitarbeitern und fünf Maschinen – jetzt sind es 43 Mitarbeiter und 16 Maschinen. Zurzeit laufen weitere Einstellungsgespräche.

Noch keine Bewerber für Ausbildung

„Wir stellen auch Quereinsteiger ein. Mit denen haben wir gute Erfahrungen gemacht“, so Katja Stemke. Denn Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuk-Technik gebe es wenige. „Wir dürfen auch ausbilden. Doch bisher hat sich noch kein Bewerber gemeldet“, so die Prokuristin. Um den Beruf kennenzulernen, biete das Unternehmen auch Praktika an.

Nachdem das jetzt mittelständische Unternehmen sich zuerst in einer Halle in Technitz und später in Waldheim einmietete, entschied man sich im Jahr 2010 für eine Investition im Harthaer Gewerbegebiet. „Hier haben wir Platz zum Wachsen“, so Katja Stemke. Nach dem Einzug 2011 hat das Unternehmen schon viermal angebaut.

„Wir wollen in kleinen Schritten vorwärts kommen und stetig wachsen. Wegen unserer Produktvielfalt können wir auch etwas schlechtere Zeiten überstehen“, sagte der Geschäftsführer.

Ein Teil, das nicht für die Automobilbranche hergestellt wird, ist zum Beispiel der Deckel für Rollläden. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-System. „Die meisten Mitarbeiter kommen aus der Region Hartha. Wir produzieren mit unserem Stammpersonal. Es gibt wenig Wechsel und darauf sind wir als Arbeitgeber auch stolz“, so der Geschäftsführer.