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Dienstag, 29.01.2013

Australien: Partner von Regierungschefin löst mit Witz Sexismus-Debatte aus

Mit einem Männerwitz hat sich ausgerechnet der Lebenspartner von Australiens Regierungschefin Gillard in die Nesseln gesetzt. Sie ist schon einmal im Parlament gegen Sexismus auf die Barrikaden gegangen.

Julia Gillard.
Julia Gillard.

© dpa

Sydney. Mit einem fragwürdigen Witz über asiatische Ärztinnen hat der Lebenspartner der australischen Regierungschefin Julia Gillard (51) eine Sexismusdebatte ausgelöst. Tim Mathieson empfahl Cricketspielern bei einem Empfang am Montagabend in Canberra regelmäßige Prostata-Untersuchungen - «am besten von einer kleinen asiatischen Ärztin».

Fernsehsender schnitten die Bemerkung mit. Sie löste in australischen Medien Empörung aus. Politiker kritisierten die Äußerung umgehend. «Er hat eingesehen, dass der Witz geschmacklos war», sagte Gillard am Dienstag.

Die Politikerin der linken Labor Partei hatte vor einem Jahr im Parlament Furore gemacht, als sie den konservativen Oppositionsführer Tony Abbott als Frauenhasser darstellte. Es ging damals um einen Skandal um den Parlamentspräsidenten, der frauenverachtende SMS-Botschaften an einen Mitarbeiter geschickt hatte. Die Opposition regte sich damals auf und verlangte, dass Gillard ihn feuert.

«Ich toleriere keine Lektion über Sexismus und Frauenfeindlichkeit von diesem Mann», rief sie aufgebracht. «Wenn er wissen will, wie Frauenhass im modernen Australien aussieht, (...) muss er nur in den Spiegel schauen.» Abbott war mehrfach mit sexistischen Bemerkungen aufgefallen. Er sagte am Dienstag, die Regierungschefin habe versprochen, Sexismus und Frauenhass immer und überall an den Pranger zu stellen. Daran möge sie sich auch in diesem Fall halten.

Die deutsche Sexismusdebatte wurde durch ein Porträt im Stern ausgelöst, in dem eine Journalistin von anzüglichen Bemerkungen des FDP-Fraktionschefs Rainer Brüderle ihr gegenüber berichtete. (dpa)

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