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Freitag, 19.02.2016

Augustusbrücke ab Jahresende gesperrt

Dresdens traditionsreichste Elbquerung wird saniert. Künftig soll sie zur Flaniermeile zwischen Alt- und Neustadt werden.

Von Peter Hilbert

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Dieses Bild wird sich bald an der Augustusbrücke bieten. Künftig ist sie bis auf wenige Ausnahmen für Kraftfahrzeuge gesperrt.
Dieses Bild wird sich bald an der Augustusbrücke bieten. Künftig ist sie bis auf wenige Ausnahmen für Kraftfahrzeuge gesperrt.

© Sven Ellger, Montage SZ/Uwe Nitschke

  • Dieses Bild wird sich bald an der Augustusbrücke bieten. Künftig ist sie bis auf wenige Ausnahmen für Kraftfahrzeuge gesperrt.
    Dieses Bild wird sich bald an der Augustusbrücke bieten. Künftig ist sie bis auf wenige Ausnahmen für Kraftfahrzeuge gesperrt.

Die Brücken-Strategie der Stadt wird Schritt für Schritt umgesetzt. Die Waldschlößchenbrücke ist schon über zweieinhalb Jahre in Betrieb und wird immer besser genutzt. Mit etwas Verspätung soll die Albertbrücke im Spätsommer saniert sein. Danach können im November die Arbeiten an Dresdens traditionsreichster Elbquerung, der Augustusbrücke, beginnen. Rund zwei Jahre soll die Instandsetzung dauern. Im derzeitigen Genehmigungsverfahren hat die Stadt in der Planfeststellung der Öffentlichkeit zahlreiche Details vorgelegt. Welche gravierenden Veränderungen wird es geben?

Der Sperrplan: Nur Krankenwagen, Feuerwehr und Taxen dürfen fahren

Die Augustusbrücke wird für Kraftfahrzeuge gesperrt. Und das bereits beim Bau ab Jahresende. „Nur Rettungsfahrzeuge, Stadtrundfahrten, der Öffentliche Personennahverkehr und Taxen dürfen die Brücke künftig noch nutzen“, erklärt Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz. Ausnahmen gibt es nur, wenn Nachbarbrücken gesperrt werden müssen, oder bei Hochwasser. „Problematisch wird es für Reisebusse“, nennt er einen heiklen Punkt. Zwar spricht sich der Tourismusverband für eine Ausnahme für sie aus. Doch bei ihnen handelt es sich nicht um Linienverkehr. „Dafür haben wir einfach keine Lösung.“

Die Konsequenz: Mehr Verkehr auf benachbarten Innenstadtbrücken

Koettnitz hält die Sperrung für vertretbar und erwartet keine größeren Probleme. Derzeit nutzen etwa 6 200 Kfz täglich die Brücke. „Die Anzahl ist verhältnismäßig gering. Deshalb kann sich der Verkehr gut auf andere Brücken verteilen.“

Die Stadt hat untersucht, wie sich der Verkehr bis 2030 entwickelt (siehe Grafik). Danach würden sich 70 Prozent des Verkehrs auf die angrenzenden innerstädtischen Brücken verlagern. Am stärksten würde dabei die Marienbrücke mit einem täglichen Zuwachs von 1 700 Autos belastet. Allerdings wird es auch starke Verkehrsentlastungen am Altstädter Brückenanschluss geben. Das betrifft den Theaterplatz in Richtung Terrassenufer und die Sophienstraße zum Postplatz.

Die Passage: Genügend Platz für Fußgänger und Radfahrer

Für Fußgänger und Radfahrer wird die Augustusbrücke zur komfortablen Passage. Erhalten bleiben die beiden jeweils 3,50 Meter breiten Gehwege. Wesentlich mehr Platz erhalten die Radler am Rand der Fahrbahn. Insgesamt ist jeder Radweg 2,25 Meter breit. Immerhin nutzen in den Hauptzeiten laut jüngsten Zählungen täglich bis zu 7 400 Fußgänger und bis zu 5 300 Radfahrer die Brücke.

Die Straßenbahn: Moderne Wagen rollen über breitere Trasse

Drei Straßenbahnlinien nutzen die Elbquerung insgesamt im Drei-Minuten-Takt. Damit ist sie die vom Nahverkehr am stärksten befahrene Brücke in ganz Dresden. „Der Gleisachsabstand wird auf drei Meter erweitert“, sagt Koettnitz. Damit können Stadtbahnwagen mit breiteren Wagenkästen eingesetzt werden. Die ersten derartigen Fahrzeuge sollen bis 2020 geliefert werden. Auf der Marien-, der Carola- und bald auch der Albertbrücke sind die Gleise so verlegt.

Der Test: Am Altstädter Brückenende wird bereits Pflasterbelag überprüft

Auf den Gehwegen werden die alten Granitplatten ausgebaut, falls nötig zugeschnitten und wieder eingebaut. Radler sollen eine komfortable Oberfläche erhalten. Dafür wird das jetzige Kopfsteinpflaster nach dem Ausbau glattgeschnitten. Falls nötig, wird auch neues Pflaster eingebaut. Einen fünf Meter langen Teststreifen mit diesem Material gibt es bereits über dem dritten Bogen auf der elbabwärts liegenden Altstädter Seite. Bisher gebe es keine negativen Stimmen dazu. „In der Mitte werden die Gleise mit Katzenköpfen eingepflastert“, erläutert Koettnitz. Über die 6,50 Meter breite Trasse fahren auch Rettungsfahrzeuge und Rundfahrtbusse.

Die Gefahrenstelle: Kreuzung am Theaterplatz soll sicherer werden

Deutlich sicherer wird die Kreuzung Sophienstraße/Theaterplatz. Zwischen Italienischem Dörfchen und Augustusbrücke ist ein breiterer Fußweg geplant. Die Stadtrundfahrt-Haltestelle wird ein Stück westlich verlegt und nur noch für kurze Ein- und Ausstiege genutzt. Verbessert wird der spitzwinklige Abzweig in Richtung Terrassenufer. Er wird eingeengt und im 90-Grad-Winkel angelegt, erklärt Koettnitz. Außerdem entstehen Fußgängerquerungen.

Die Beleuchtung: LED-Lampen sorgen für besseres Licht

Die Straßenleuchten entstehen nach dem Vorbild der alten. Neu errichtet werden die Betonmasten. „Die historischen Doppelarmmasten werden aufgearbeitet“, nennt der Amtschef den nächsten Punkt. Ist das nicht möglich, sind für die Alugussträger noch die alten Gießformen vorhanden. In die Opalglaskugeln werden LED-Leuchten eingebaut. „Bei einem Test hatte sich herausgestellt, dass LED-Technik mit Klarglaskugeln für die Brücke nicht geeignet ist“, sagt Koettnitz.

Die Illumination: Dezente Strahler beleuchten die Stirnseiten

„Die künftige Illumination der Brücke ist mehrfach getestet worden“, verweist
Koettnitz auf die Vorgeschichte. Letztlich entschieden sich die Fachleute für eine Variante. Bei der werden die Stirnseiten mit den Konsolsteinen von LED-Scheinwerfern an den Pfeilerköpfen dezent angestrahlt. Die warmweißen Leuchten sind so ausgerichtet, dass die Brückenunterseite nicht zu viel beleuchtet wird. Sonst würden Fledermäuse oder Insekten angezogen.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 33 Kommentare

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  1. giro

    Insgesamt eine positive Planung. Nur bei den gepflasterten Radfahrstreifen bin ich skeptisch,ob man da die nötige Rutschsicherheit und gleichzeitig Ebenheit erreicht. Auf alle Fälle besser als der aktuelle Zustand, und der Denkmalschutz wird ja kaum einem Asphaltbelag zustimmen.

  2. peter michael

    Tolle Idee -steht nur die Frage wer soll auf der Augustusbrücke flanieren.Schon heute gibt es wenige Fußgänger die die Brücke passieren.Rund um den Goldenen Reiter u.seinen Nebenbereichen trifft man kaum noch Touristen. Das das touristische Leben spielt sich rund um die Frauenkirche ,Münzgasse ,Brühlsche Terasse Zwiger ab. Pragerstrasse nutzen Hotelgäste u.Dresdner die Shoppen wollen.Auch Gäste des Hotel Bellevue bewegen sich kaum um den Bereich der sicher ein gutes Angebot an Gastronomie hat aber viel zu wenig Gäste.Am Abend ist da nicht mehr allzuviel los. Was die Brückenbeleuchtung betrifft da soll man mit Rücksich auf die Hufeisennase (Fledermaus)Gaslaternen betreiben ist sicher romantisch.

  3. Didi

    Könnte man die Straßenbahngleise nicht einfach auf eine Brückenseite legen, so dass auf der anderen Seite ein noch breiterer und vor allem zusammenhängender Fuß-/Radweg errichtet werden kann?

  4. Gregor

    Ich gehe davon aus, das die Meile mehr genutzt wird sobald es dort ruhiger wird. Bisher ist es nicht wirklich attraktiv zu "flanieren". Hoffe es gibt dann noch eine 20er oder sogar Spielstraßenbeschränkung. Das würde den Weg mit dem Rad durch die Stadt aufwerten.

  5. Bernd

    Schön, das die Planung zur Sperrung für Autos endlich umgesetzt wird. Die Menschen werden von dieser Sperrung enorm profitieren, in drei Jahren wird sich niemand mehr diese Brücke mit Autos vorstellen können. PS: Das die FDP-Online-Petition gegen die Sperrung so erfolglos scheitert, ist einfach grandios.

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