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Samstag, 13.09.2014

Augusts Obstschale wird versteigert

Das Meissener Porzellanstück stammt nachweislich aus der Sammlung des Kurfürsten. Aber stand sie wirklich auf einem Tisch?

Von Jusua Bajohra

Trägt eine Inventarnummer der Königlichen Porzellansammlung August des Starken: Meissener Schale mit einer Taxe von 18.500 Euro.
Trägt eine Inventarnummer der Königlichen Porzellansammlung August des Starken: Meissener Schale mit einer Taxe von 18.500 Euro.

© Ahlden

Das Kunstauktionshaus Ahlden am Rande der Lüneburger Heide lädt dieses Wochenende zu seiner 160. Versteigerung. Unter den 2.600 angebotenen Objekten befinden sich über 500 Stücke aus der Produktion der Porzellan-Manufaktur Meissen.

Seltene Einzelobjekte aus der Sammlung August des Starken dürften dabei für die Sammler von besonderem Interesse. sein. Der sächsische Kurfürst und polnische König gehörte zusammen mit seinem Sohn zu den wichtigsten Auftraggebern der Manufaktur. Eine rötlich-violette Augustus-Rex-Vase mit Blumenverzierung geht mit einem Schätzwert von 13.000 Euro in die Auktion. Die 21 Zentimeter hohe Vase stammt aus der Zeit um 1730 bis 1735. Auf ihrem Boden befindet sich die charakteristische AR-Marke. Ein weiteres Stück aus dem direkten Besitz des Kurfürsten ist eine Fächerschale mit Indianischem Blumendekor. Die Schale, die im gleichen Zeitraum wie die Vase produziert wurde, wird auf einen Wert von 18.500 Euro taxiert. „Wir gehören zu den führenden Häusern, was Meissener Porzellan betrifft. Unsere Angebote sind außergewöhnlich, so wie die Stücke, um die wir uns bemühen“, sagt Daniel Cremene, zuständig für die Pressearbeit des Auktionshauses. Da dürfen Porzellanfiguren, entworfen von Johann Joachim Kaendler, nicht fehlen. Neben einer Bauern-, Elefanten und Tauben-Figur wird eine äußerst seltene Bergmann-Figur versteigert. Sie stellt einen sächsischen Bergsänger mit einem Saiteninstrument in einer weißen Jacke mit goldenen Knöpfen dar. Die Figur, geschätzter Wert 3.2000 Euro, kommt zusammen mit allen anderen Objekten im Laufe des 13. und 14. September unter den Hammer.

Dabei steigern die deutschen Liebhaber und Sammler nicht allein um die begehrten Stücke. Viele Interessenten kommen aus osteuropäischen Ländern, wie Russland und Polen, den Beneluxstaaten und London. Die meisten der Kunden geben ein telefonisches Gebot ab. Sprecher Cremene zeigt sich sehr zufrieden mit der Nachfrage und freut sich auf die Auktion.