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Freitag, 21.04.2017

Aufräumarbeiten am Schloss

Lange ist an den Gebäuden und dem Gelände in Bobersen nichts passiert. Ein neuer Besitzer will das jetzt ändern.

Von Eric Weser

Schloss Bobersen in der Abendsonne. Der mitten im Dorf gelegene Bau war jahrelang dem Verfall preisgegeben. Nun ist ein neuer Eigentümer auf den Plan getreten. Was er mit dem Bau vorhat, wüsste man in der Gemeinde gern genauer.
Schloss Bobersen in der Abendsonne. Der mitten im Dorf gelegene Bau war jahrelang dem Verfall preisgegeben. Nun ist ein neuer Eigentümer auf den Plan getreten. Was er mit dem Bau vorhat, wüsste man in der Gemeinde gern genauer.

© Eric Weser

Zeithain. Es tut sich was am Schloss in Bobersen: Wildwachsende Bäume liegen umgesägt da, am Eingangstor flattert rot-weißes Absperrband. Im Hof steht ein Baucontainer, am Hauptgebäude ist ein Gerüst hochgezogen. Anwohner berichten von Baugeschehen. Ist das endlich der ersehnte Lichtblick für das vor 320 Jahren errichtete Schwesterschloss von Schloss Promnitz?

Jahrelang hatte sich an Grundstück und Gebäude nichts getan, die leer stehenden Gebäude gingen mehr und mehr kaputt. Eine Immobiliengesellschaft mit Sitz im nordrhein-westfälischen Voerde hatte die Immobilie in den 1990ern eher zufällig von einer Erbengemeinschaft gekauft. Die hatte das Objekt nach der Wende rückübertragen bekommen und wollte es offensichtlich nicht behalten. Die Pläne der nordrhein-westfälischen Immobilienfirma, auf dem Schlossgelände Eigentumswohnungen und Reihenhäuser zu entwickeln, ließen sich nicht verwirklichen. Angeblich, weil die Gemeinde das verhindert hatte. Im Jahr 2013 hatte die Gesellschaft mitgeteilt, einen Käufer für das Objekt zu suchen.

Teilweise „wohl verloren“

Den hat sie anscheinend gefunden. Denn inzwischen gehört die Ruine Hans Ramp. Das bestätigte der Niederländer auf Anfrage. Ramp kündigt an, den historischen Bau auf Vordermann bringen zu wollen. Schloss und Park sollen binnen der nächsten vier Monate „wieder wie vor dem Krieg“ aussehen. Vorgesehen sei eine „Privatbewohnung“. Was eine Sanierung der stark verfallenen Nebengebäude angeht, gibt sich der Neu-Besitzer indes weniger optimistisch: Ein Teil davon sei „wohl verloren“. Eine Einschätzung, die aus seiner Erfahrung mit ähnlichen Objekten herrühren könnte. Denn Hans Ramp gehört unter anderem auch das von ihm sanierte Schloss in Wendischbora bei Nossen.

Dass Ramp nun auch Schlossherr in Bobersen ist, hat im Ort bereits die Runde gemacht. Über die genauen Pläne des Niederländers wisse man aber wenig, sagt Ortschafts- und Gemeinderat Dieter Wamser (BIG). Er würde sich wünschen, dass Ramp demnächst über seine Pläne informiert, sagt Wamser. „Es sind noch viele Fragen offen.“ Wenn sich in der Ruine ernsthaft etwas tun sollte, sei das aber absolut zu begrüßen, unterstreicht der Gemeinderat, der selbst in Bobersen lebt. Zuletzt sei das Schloss ein Schandfleck gewesen. „Prinzipiell ist es gut, wenn das Gebäude einer Nutzung zugeführt wird.“

Auch im Zeithainer Rathaus hat man von den Entwicklungen in Bobersen Notiz genommen. Ein Treffen mit dem neuen Eigentümer habe es bisher aber noch nicht gegeben, so Bürgermeister Ralf Hänsel (parteilos). „Wir hatten bisher lediglich fernmündlich Kontakt.“ Er habe den Niederländer aber gebeten, in der Gemeinde vorstellig zu werden, um mehr über die Pläne zu erfahren, so Ralf Hänsel. Grundsätzlich habe die Gemeinde ihre Unterstützung angeboten, den Schlossherren aber auch „auf potenzielle genehmigungsrechtliche Erfordernisse hingewiesen“.

Hans Ramp unterstreicht, er wolle mit Gemeinde und Denkmalschutz zusammenarbeiten. Es tut sich was am Schloss Bobersen. (mit ste)