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Dienstag, 19.12.2017

Auf Diamantbestattungen

spezialisierte Firmen erobern die Branche im Sturm

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Foto: Einen Teil des geliebten Menschen immer bei sich haben: Das bieten nur Diamantbestattungen.
Foto: Einen Teil des geliebten Menschen immer bei sich haben: Das bieten nur Diamantbestattungen.
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    Foto: Einen Teil des geliebten Menschen immer bei sich haben: Das bieten nur Diamantbestattungen.
  • Foto: Die Alternativen zum klassischen Friedhof gewinnen immer mehr an Beliebtheit
    Foto: Die Alternativen zum klassischen Friedhof gewinnen immer mehr an Beliebtheit

Irgendwann im Leben kommt der Punkt, an dem man sich mit dem Tod beschäftigt. Noch vor einigen Jahren hieß das, nach dem Ableben in einem Sarg auf dem örtlichen Friedhof bestattet zu werden. Doch heute macht diese Form der Beisetzung nur noch 30% aller Bestattungen aus. Seebestattungen und Friedwälder kommen mehr und mehr in Mode. Eine besonders stilvolle und persönliche Bestattungsform bildet die Diamantbestattung, auch Kristallbestattung genannt.

Asche zu Diamanten: Wie Spezialisten Ihre verstorbenen Lieben in wunderschöne Diamanten verwandeln können

Natürlich vorkommende Diamanten sind bereits seit Jahrtausenden bekannt und geschätzt. Aufgrund ihrer Seltenheit wurden ihnen auch magische Fähigkeiten zugeschrieben, von ihrer Schönheit ganz zu schweigen. Für die natürliche Herstellung von Diamanten sind ungeheure Kräfte nötig. Extrem hoher Druck und Temperaturen von ungefähr 1300 °C lassen ihre Entstehung daher nur im Erdmantel zu. Als Ausgangsmaterial dient Kohlenstoff, der in der Tiefer zwischen 150 und 660 km eher selten anzutreffen ist. Ganz anders sieht es an der Erdoberfläche aus. Kohlenstoff findet sich in allen organischen Verbindungen. Also auch in uns Menschen.

1955 wurde erstmalig ein Diamant künstlich hergestellt. 50.000 bis 60.000 Bar Druck sind für diese Herstellung ebenso nötig, wie enorm hohe Temperaturen. Zusätzlich braucht es Zeit, denn ein Diamantkristall wächst nicht in ein paar Minuten. Monatelang muss der Kohlenstoff dem Druck und der Temperatur ausgesetzt sein. Nur wenige Unternehmen bringen das erforderliche Know-how und die technischen Möglichkeiten mit, Asche zu Diamanten zu verwandeln. Die schweizerische Firma Lonité gehört zu diesen Spezialisten. Sie sind Experten auf dem Gebiet moderner Edelsteinbestattung, denn bei ihnen werden Diamanten aus Asche von Verstorbenen hergestellt. Im Einklang mit dem Letzten Willen des Verstorbenen entsteht so ein einzigartiges Erinnerungsstück, das von unschätzbarem Wert für die Hinterbliebenen ist. Besonders bei der Trauerbewältigung sehnen sich immer mehr Menschen nach einer persönlicheren Variante, wie einer Kristallbestattung.

Erinnerungsdiamanten als neue Alternative zu steigenden Kosten traditioneller Gräber und Friedhöfe

Ein Todesfall in der Familie ist immer ein schrecklicher Verlust, dessen Bewältigung oft lange Zeit und viel Stärke beansprucht. Zu den seelischen Schmerzen kommen dann noch die Strapazen der Bürokratie und sehr hohe Kosten hinzu. Ein Grab muss gemietet und ein Sarg gekauft werden. Auch die Beisetzung selbst erfordert eine gute Planung und hohe Bezahlung. Je nach Stadt und Lage auf dem Friedhof reichen die Preise für eine Grabstätte von 1.000 bis weit über 10.000 €. Der Grabaushub von durchschnittlich 500 € kommt noch dazu. Die Kosten für den Sarg und die Zeremonie sind darin noch nicht enthalten. Dabei bieten herkömmliche Bestattungen und Urnenbestattungen fast keinen Unterschied im Preis.

Anders sieht es bei den heute erlaubten Alternativen aus. Nach einer Feuerbestattung die Asche des geliebten Angehörigen in einen Diamanten zu verwandeln bringt sogar finanzielle Vorteile mit sich. Denn die Kosten einer Diamantbestattung beginnen bereits bei 1600 € und bleiben damit unter den herkömmlichen Bestattungskosten zurück. Natürlich gibt es, je nach Größe, Form und Farbe des gewünschten Diamanten, auch hier höherpreisige Varianten bis zu 18.000 €. Ein Unternehmen, wie beispielsweise Lonité aus der Schweiz, nimmt Kontakt zum Bestatter in Deutschland auf, nachdem es den Auftrag durch die Hinterbliebenen erhalten hat. Das Unternehmen sorgt nun dafür, dass die Einäscherung bei einer bestimmten Temperatur erfolgt und die Asche des Verstorbenen an das Labor in der Schweiz überführt wird. Der Kundenwunsch entscheidet über Farbe und Schliff des zu erstellenden Diamanten. Die Fertigungsdauer beträgt etwa sechs bis zehn Monate. Farblose Diamanten sind hierbei am teuersten, da für ihre Herstellung besondere technische Verfahren notwendig sind. In allen Arbeitsschritten gilt jedoch ein Höchstmaß an Reinlichkeit, welches durch verschiedene Zertifikate garantiert und kontrolliert wird. Wenn der Diamant aus der Asche fertiggestellt ist, wird er an die Hinterbliebenen ausgeliefert.

Wie Diamantbestattungen rechtskonform durchgeführt werden können

Der Todesfall eines Angehörigen kann schnell zur Belastung für Hinterbliebene werden, denn um eine Bestattung kommt man in Deutschland nicht herum. Es gilt die Bestattungspflicht. Viele Menschen entscheiden sich daher schon zu Lebzeiten für eine stressfreie und kostengünstige Methode. Bestattungen auf See gehören dazu. Aber auch eine Diamantbestattung kann diesen Zweck erfüllen. In Deutschland selbst wird eine Kristallbestattung nicht vorgenommen. Die Durchführung im Ausland ist aber erlaubt und sollte in jedem Fall mit dem Bestatteter vor Ort abgesprochen werden. Entscheidend ist die genaue Absprache im Vorfeld. Nicht jeder örtliche Bestatteter kümmert sich darum, dass die Asche nach dem Krematorium ordnungsgemäß in die Schweiz überführt wird. Diese Informationen sollten unbedingt eingeholt werden. Lonité unterhält ein Büro für Edelsteinbestattungen in Berlin, dass in rechtlichen Fragen sehr gut Auskunft geben kann.

Wie auch immer sich der Verstorbene vor seinem Ableben entscheidet, wichtig ist ein respektvoller und nahbarer Umgang mit dem Andenken des Verstorbenen. Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen über das Ableben und auch über den Umgang mit dem Verlust von lieben Angehörigen. Für viele Menschen mag daher die Möglichkeit einer Diamantbestattung als besondere Form der Erinnerung eine gute Alternative sein. Aus wenigen Gramm Asche oder Haaren werden Diamanten gezüchtet, die später geschliffen und zu einem Schmuckstück veredelt werden können.