erweiterte Suche
Montag, 21.03.2016

Auf den Kopf gestellt

Musik, Hufgetrappel, Federvieh, Ostergruß und Weltschmerz trugen die Hutballgäste auf ihren Häuptern.

Von Nadja Laske

1 Hüte, Hüte, Hutklau

Überraschungsgast Johannes B. Kerner bekam nach einem TV-Dreh in Leipzig kein Hotel. In Dresden kam er unter und vergriff sich an fremden Hüten.
Überraschungsgast Johannes B. Kerner bekam nach einem TV-Dreh in Leipzig kein Hotel. In Dresden kam er unter und vergriff sich an fremden Hüten.

© Christian Juppe

Der Hut ist eine Kopfbedeckung, die sich durch ihre feste Form und die umlaufende Krempe von einer Mütze unterscheidet. Soweit die Definition.

Hüte, Hüte, Hutklau

Für eine erweiterte Lehre vom Hut sorgen jedes Jahr die Gäste des Hutballes und der Party tags darauf. Freitag- und Sonnabendnacht galt dem Kopfputz in all seinen Facetten wieder sein ganz eigenes Fest. Im Parkhotel mit all seinen Sälen, Gelassen und Katakomben feierten die Besucher die große Show der Hüte mit Kreationen, die viel Kopfzerbrechen gekostet haben. Reichlich Fingerspitzengefühl und Bastelfleiß außerdem. Andere wiederum behielten eher einen klaren Kopf und griffen auf handelsübliche Modelle zurück.

Viel Handarbeit immerhin in Auftrag gegeben, hatte Gastronom und Clubbesitzer Wolle Förster. Er ließ sich seinen Hut von Designer Richard Handrick verschönern, da durfte die Sushi-Rolle nicht fehlen. „Die ist gehäkelt“, sagte Wolle. Dabei geholfen habe Handricks Oma. Eine Medaille gewann er damit nicht. Doch sollte es jemals in Dresden einen Fuß-Ball geben, stünden seine Chancen gut. Denn noch bevor der Blick auf Wolles Haupt fiel, zogen seine blinkenden Schuhe alle Aufmerksamkeit hinunter aufs Parkett.

Ebenfalls ganz viel Handmade steckte im Outfit von Barkeeper-Unionspräsident Ulf Neuhaus. Er war als Juror gefordert und immer auf der Suche nach den ausgefallensten Hutkreationen. Ihre Träger wurden später mit Preisen geehrt. Seinen weißen Zylinder samt Frack hatte die junge Textilmalerin Larissa Grodd von Hand mit Burg-Motiven bemalt. Seine fröhlichen Vögel trug der Künstler Leo spazieren und die Curryundcodamen Simone und Susanne Meyer-Götz nutzen ihre Köpfe als Werbeflächen für Pommes und Wurscht. Preisverdächtig war das nicht. Fürs Treppchen suchte die Jury nach Gästen, die ganz ungeschäftstüchtig ans Werk gegangen waren – aus lauter Lust am Ideen-Spinnen, Schneiden, Kleben, Bemalen. Das wohl liebste Arbeitsmittel: die Heißklebepistole. Sie wurde als eine der besten Erfindungen der Welt gelobt. Im nächsten Jahr sollten ihr die Hutballveranstalter von Waterloo Produktion einen ganz eigenen Preis stiften.

Lob verdient haben auch die unermüdlichen Bands und Orchester des Abends. Weit nach Mitternacht füllten sie immer noch das Parkett. Dort tanzte ein Phantom nach Swing und Rockabilly der spanischen Troupers Swing Band: Supermodel Nadja Auermann – das Gesicht verborgen unter der breiten Krempe ihres Strohhutes.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

Alle Kommentare anzeigen

  1. 12041953

    Durfte den Artikel ein Praktikant schreiben? Ein Journalist würde Wellensittich nicht mit g schreiben... Ungenügend und setzen Frau Laske

Alle Kommentare anzeigen

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 22:00 Uhr abgegeben werden.