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Donnerstag, 05.10.2017

Auf den Biergeschmack gekommen

Bei Wenzel an der Hauptstraße wird nicht mehr nur tschechischer Gerstensaft serviert. Ein geschmackliches Wagnis.

Von Ariane Heinen

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In der Bar „Craft Beer & Sport“ zapfen Andreas Ernst (r.) und sein Kollege Sebastian Reinhold auch das gewohnte Pils. Die verschiedenen Sorten Craft Beer gibt es in Flaschen.
In der Bar „Craft Beer & Sport“ zapfen Andreas Ernst (r.) und sein Kollege Sebastian Reinhold auch das gewohnte Pils. Die verschiedenen Sorten Craft Beer gibt es in Flaschen.

© Sven Ellger

Schon am Etikett erkennt der Gast, dass er hier ein etwas anderes Bier bekommt. Ein grünes Fabelwesen arbeitet an einer Pumpe. Und wenn der Barkeeper das Cottbuser „Schwarze Pumpe Porter“ dann eingießt, steigt eine Kaffeenote in die Nase. Ist das wirklich Bier? Ja. Das Gebräu ist eine der verschiedenen Craft Beer Sorten, die es im Lokal „Craft Beer & Sport“ auf der Karte gibt. Das Lokal ist neu auf der Hauptstraße. Gäste finden die Bar in den Hinterräumen von Wenzels Prager Bierstuben.

Für Geschäftsführer Michael Möckel ist es der zweite Versuch mit einer Bar im Restaurant. Schon einmal hatte es hier eine Sportbar gegeben, sagt er. Nachdem der Sportsender seine Preise erhöhte, verschwand das Angebot. „Das hat sich nicht mehr gerechnet für uns“, sagt Möckel. Da der 54-Jährige aber auch selbst gern mal mit einer Flasche Bier bei einem Fußballspiel sitzt, wollte er diesen doppelten Genuss auch wieder für seine Gäste anbieten. „Ich wollte eine einfache Sportsbar, in der man sich das Spiel bei einem Bier und einer Bockwurst anschauen kann“, sagt er. Und damit ein Kontrastprogramm zum Restaurant Wenzel. Mit ungewöhnlichem Pils. Unterstützung hat sich der Restaurantchef bei einem Biersommelier geholt. „Ich war schon auf Bierverkostungen, die waren wie eine Weinverkostung“, sagt er. Er entdeckte, wie vielfältig das Getränk im Geschmack sein kann, wenn man es handwerklich braut. Für seine Bar wollte er unbedingt das sogenannte Craft Beer. „Craft“ ist das englische Wort für Handwerk. Traditionell stellten kleine englische Betriebe ihr Bier nach eigener Rezeptur und mit hochwertigen Zutaten her. Weil es in andere Länder verschifft wurde, hatte es auch einen höheren Alkoholgehalt und intensiveren Geschmack.

Nicht nur in England oder Amerika, auch in Deutschland liegt es seit einigen Jahren im Trend, Bier wieder handwerklich zu brauen. Wie beim „Schwarze Pumpe Porter“ experimentieren die Brauereien mit dem Geschmack von Kaffee und Schokolade, aber auch fruchtigen Zitrusnoten, wie bei der Lieblingssorte des Geschäftsführers. Alle Biere in seiner Bar kommen aus Deutschland. „Eine Biersorte hat auch immer ein gewisses Image“, sagt er. Auch ein aufwendig gestaltetes Etikett oder ein regionaler Einschlag der Marke zählen für Möckel neben dem Geschmack. Auswahl gibt es genug. Ob der Mix aus Bier und Kaffeenote bei den Gästen ankommt, weiß er nicht: „Wir probieren’s einfach“.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Alfred

    Ist das nicht auf der Königstraße ??

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