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Klotzsche Freitag, 25.01.2013

Asylbewerber sollen in alte Schule ziehen

Die Stadt will die Außenstelle des Gymnasiums Klotzsche umbauen. Die Bauarbeiten sollen schon bald beginnen.

Von Tobias Winzer

Das Rathaus plant ein neues Asylbewerberheim in Klotzsche. Wie Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) gestern bekannt gab, soll die ehemalige Außenstelle des Gymnasiums Klotzsche in der Straße Zur Wetterwarte 34 bis Anfang 2014 umgebaut werden. 450000 Euro will die Stadt in 60 neue Heimplätze investieren. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Eröffnung des Heimes ist für Anfang 2014 geplant. Bedingung ist allerdings, dass der Stadtrat dem Vorhaben in seiner Sitzung Ende Februar zustimmt.

Die Stadt rechnet damit, dass sie künftig mehr Asylbewerber als zuletzt aufnehmen muss. Bereits im vergangenen Jahr stieg die Zahl überraschend. Zu Beginn des Jahres 2012 rechnete die Verwaltung noch mit 378, im Oktober waren es dann knapp 100 Ausländer mehr. Die Stadt hatte deswegen das Herbergsschiff Koje im Neustädter Hafen kurzfristig umgenutzt.

Stadt will Wohnungen anmieten

Spätestens Anfang Februar gibt es vom Freistaat die Mitteilung, wie viele Asylbewerber Dresden in diesem Jahr aufnehmen muss. „Auch wenn uns der Freistaat Sachsen noch keine offiziellen Zahlen genannt hat, gehen wir aufgrund der Einschätzung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom November letzten Jahres auch für die kommenden Jahre von mindestens gleichbleibend hohen Asylbewerberzahlen aus“, sagte Martin Seidel. Das Jahr 2012 habe gezeigt, dass neben den bereits bestehenden acht Übergangswohnheimen dringend eine weitere Gemeinschaftsunterkunft nötig ist. „Nur so sind wir hinreichend flexibel aufgestellt, unsere Pflicht zur Aufnahme von Flüchtlingen erfüllen zu können.“

Dafür will die Stadt auch weitere Wohnungen anmieten. Gegenwärtig leben etwa vierzig Prozent der insgesamt 870 Dresdner Asylbewerber in eigenen oder städtischen Wohnungen. Ende des vergangenen Jahres sind von der Stadt zusätzlich 21Wohnungen neu angemietet worden. Weitere sollen in diesem Monat dazukommen. Ende 2012 konnte die Stadt insgesamt 588 Asylbewerber unterbringen.

Die Klotzscher Gymnasiasten waren in den Sommerferien aus dem Flachbau am Rande von Dresden ausgezogen. Möglich wurde das durch den Bau einer Containerschule in direkter Nachbarschaft zum Hauptgebäude an der Karl-Marx-Straße. Das künftige Asylbewerberheim war früher Luftkriegsschule und wurde später als Krankenrevier genutzt. 1992 richtete die Stadt dort die Außenstelle des Gymnasiums ein. Die Schüler hatten aber mit den beengten Platzverhältnissen und Schimmel im Keller zu kämpfen.