erweiterte Suche
Montag, 25.01.2016

Asylbewerber demonstrieren für Frauenrechte

Die Aktion soll ein Zeichen setzen. 30 junge Männer bringen damit zum Ausdruck, dass sie die Angriffe von Köln verurteilen.

Auch sie waren geschockt von den Ereignissen in Köln. Dresdner Flüchtlinge demonstrieren für Freiheit und Gleichberechtigung. Außerdem wollen sie „Danke“ sagen.
Auch sie waren geschockt von den Ereignissen in Köln. Dresdner Flüchtlinge demonstrieren für Freiheit und Gleichberechtigung. Außerdem wollen sie „Danke“ sagen.

© Sven Ellger

Aus Lautsprechern tönt fröhliche Musik, sie macht den Passanten den nasskalten Samstagnachmittag ein wenig erträglicher. Etwa 30 junge Männer haben am Dr.-Külz-Ring vor dem Altmarkt ein großes Banner entrollt: „Flüchtlinge für Frauenrechte“ steht darauf. Immer wieder verteilen sie Rosen an vorbeigehende Frauen. Auf Facebook war zu der Aktion aufgerufen worden, von den 300 Eingeladenen kamen etwa 30, vor allem junge Syrer. Die Demonstration kommt bei den Passanten gut an. Ein älterer Mann reckt einen Daumen in die Höhe, viele bleiben kurz stehen.

Die Idee dazu hatte der syrische Flüchtling Hasan. „Wir sind gekommen, um in Deutschland in Sicherheit leben und hier arbeiten zu können“, sagt der 25-Jährige, „nicht, um Frauen zu belästigen.“ Der gelernte Zimmermann ist seit 15 Monaten in Deutschland und lebt mittlerweile in einer WG zusammen mit Deutschen. Als er von den Übergriffen in der Silvesternacht hörte, sei er geschockt gewesen, sagt er. „Ich konnte es gar nicht glauben.“ Solche abscheulichen Taten gehörten sich keinesfalls im Islam, betont Hasan. Er wünscht sich mehr Differenzierung in der Debatte. „Wir sind eine Million Flüchtlinge in Deutschland, in Köln waren etwa 1 000 beteiligt.“ Es helfe nicht weiter, Muslime nun pauschal abzustempeln, sagt auch In Am Sayad Mahmood, die Vorsitzende des Dresdner Ausländerrates, die ebenfalls zu der Kundgebung gekommen ist. (SZ/aho)