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Donnerstag, 17.05.2018

Arturs aufregende Aktionen

Vorige Woche traf Artur Meier aus Görlitz den französischen Präsidenten. Morgen feiert er im Stadtpark, danach reist er im Wohnwagen durch die Stadt.

Von Ingo Kramer

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Vorige Woche traf Artur Meier (l.) den französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Vorige Woche traf Artur Meier (l.) den französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

© REX/Shutterstock

  • Vorige Woche traf Artur Meier (l.) den französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
    Vorige Woche traf Artur Meier (l.) den französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
  •  Jetzt richtet er mit Otto Kronschwitz und Robin Buse (v.l.) einen Wohnwagen her.
    Jetzt richtet er mit Otto Kronschwitz und Robin Buse (v.l.) einen Wohnwagen her.

Görlitz. Eigentlich hat Artur Meier aus Görlitz die ganze Sache einem jungen Polen zu verdanken: Tomasz Tomalik hatte sich mit dem deutsch-polnischen Gedenkprojekt „Worcation“ des Meetingpoint-Vereins auf den Europäischen Karlspreis für die Jugend beworben – und bekam ihn. Doch weil er erst 17 ist, musste ein volljähriger Begleiter vorige Woche mit nach Aachen fahren. Artur hatte 2015 und 2016 selbst an „Worcation“ teilgenommen. So fiel die Wahl auf ihn. Doch der 18-Jährige, der 2017 sein Abitur am Curie-Gymnasium gemacht hat, wusste nicht, was kommt: „Worcation“ wurde nicht nur Landessieger, sondern bekam völlig überraschend den mit 7500 Euro dotierten ersten Preis. Wofür das Geld verwendet wird, steht noch nicht fest.

Weil Artur fließend englisch, deutsch und polnisch spricht, präsentierte er das Projekt, stand für eine Minute mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf der Bühne und saß am nächsten Tag als Ehrengast direkt neben Ex-SPD-Chef Martin Schulz in der zweiten Reihe, schräg hinter Angela Merkel und dem spanischen König Felipe VI. „Das habe ich vorher alles nicht erwartet“, sagt er: „Ich hatte nicht mal einen Anzug dabei, nur mein Freizeitjackett.“ Aufregend sei es schon gewesen. Aber unnötig gestresst habe er sich nicht: „Ich bin das Reden gewöhnt, das ging schon klar.“ Mit Martin Schulz habe er sich nett unterhalten: „Ich habe ihm von unserem Projekt erzählt, das war sehr entspannt, er ist ein geerdeter Typ.“

Inzwischen ist Artur zurück in Görlitz – und arbeitet am nächsten Projekt. Er ist schon seit Herbst 2014 Mitglied im A-Team, einer Gruppe Jugendlicher, die sich für Görlitz engagiert und in der Rabryka auf der Bautzener Straße 32 trifft. Dort baut Artur derzeit mit Otto Kronschwitz und Robin Buse einen alten Wohnwagen zum Infokiosk um: „Damit touren wir vom 18. Mai bis 18. August durch die ganze Stadt.“

Sie wollen die Jugendlichen dort erreichen, wo sie sind. Diskussionsrunden sind am Bus geplant, aber auch Tischkickerturniere und sogar Konzerte. Zudem gibt es im Wohnwagen eine Bar. „Wir wollen herausfinden, was die Probleme in den Stadtteilen sind“, sagt Otto. Die Ergebnisse sollen an Bürger- und Stadträte weitergetragen werden. Vor allem aber geht es dem A-Team darum, den Jugendlichen Perspektiven aufzuzeigen, ihnen Projekte vorzustellen, die schon da sind, die sie aber vielleicht nicht kennen. „Sie sollen nicht nur meckern, sondern was machen“, sagt Artur. Start ist morgen, ab 15.30 Uhr, im Stadtpark. Dort veranstaltet das A-Team schon zum achten Mal den Mayday. Es gibt eine kleine Bühne für Bands und DJs, verschiedene Stände und Aktionen – und den Wohnwagen mit Artur und seinen Mitstreitern mittendrin.