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Chemnitz
Mittwoch, 13. Juli 2005
(Chemnitzer Morgenpost)

Mann wollte im Feuer sterben

Seine jahrelange Arbeitslosigkeit hatte ihn völlig zermürbt


POCKAU - Grausamer Selbstmordversuch im Erzgebirge: Thomas W. (38) setzte sich in sein Auto, übergoss sich mit Benzin und zündete sich an. Doch er überlebte schwer verletzt, torkelte stundenlang durch den Ort. Erst dann fand ihn die Polizei - vier Kilometer vom Brandort entfernt.

Der weinrote Renault Kombi von Thomas W. brannte bis auf den Rahmen komplett aus. Foto: MMÜ

Mitten in der Nacht klingelten die Beamten an der Haustür von W.s Familie. „Ihr Mann wollte sich das Leben nehmen“, teilten sie der Ehefrau (38) mit. Die hatte zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bemerkt, dass ihr Thomas das Haus verlassen hatte. 40 Polizisten waren mit Fährtenhunden im Einsatz, suchten Wälder und Wiesen nach dem Flüchtenden ab. Jugendliche hatten ihn laufen sehen und den Notruf gewählt. Polizeisprecherin Heidi Hennig: „Vermutlich stand der Mann unter Schock.“

Der Pockauer war schon seit Jahren ohne Arbeit, litt sehr darunter. Seine Frau, selbst arbeitslose Kindergärtnerin, gestern zur Morgenpost: „Dass er so verzweifelt war, hätte ich nicht gedacht.“ Thomas W. liegt jetzt in einer Spezialklinik in Halle. Mehr als 70 Prozent seiner Haut sind verbrannt.

jko


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