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Dresden
Freitag, 30. April 2010
(Sächsische Zeitung)

Letzte Chance am Postplatz verbaut


Peter Ufer über die neue Gestaltung des alten Postplatzes.

Hilfe! Schauen Sie sich das an. Die Stadtplaner haben einem Hotelbau zugestimmt, der eher an einen Retro-Nachkriegsbau als an moderne Architektur erinnert. Was für ein merkwürdiges Teil soll jetzt schon wieder den Platz verbauen?

Der Platz hat die unglaubliche Chance, moderne Architektur im Wechselspiel mit der barocken Kunst des Zwingers zuzulassen. Hier wäre der Platz für wirklich anspruchsvolle, herausragende Architektur. Aber nein, die Stadtplaner wollten einen Hotelbau, der möglichst nicht auffällt. Aber warum denn bitte? Was ist das für ein städtebaulicher Ansatz?

Während die Prager Straße die Architektur der 70er- und 90er- Jahre zeigt, sich der Neumarkt am historischen Vorbild orientiert, könnte der Postplatz visionär sein, spektakulär. Denn der Zwinger war es einst auch. Und auch das Schauspielhaus wirkt in seinem Weiß. Wenn jetzt eine durchschnittliche, verwechselbare Lochfassade auf den Platz kommt, so hat Dresden sich auch den letzten Platz verbaut. So wie den Wiener Platz, der als Tor zur Stadt ebenfalls leider nur durchschnittlich ist.

Was bitte reitet die Planer, solch einem Entwurf zuzustimmen? Der Postplatz ist bitteschön kein 0-8-15-Platz. Schon der neue Fresswürfel ist quadratisch, praktisch, einfallslos. Das darf nicht so weitergehen. Hilfe!



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