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Dresden
Mittwoch, 27. Januar 2010
(Sächsische Zeitung)

Neuer Chef soll Galerie aus der Krise führen

Von Denni Klein

Fünf Monate nach Start des Shoppingtempels wirft Chefin Antje Arnold hin. Ihr Nachfolger wird Ragnar Cornelius. Auf ihn warten jetzt schwere Aufgaben.

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Das ist der neue Chef der Centrum Galerie, Ragnar Cornelius. Fotos: MOZ/Gerrit Freitag; R. Michael; K.-L. Oberthür

Nur fünf Monate nach der Eröffnung des imposanten Einkaufstempels gibt es an der Spitze der Centrum Galerie einen Führungswechsel. Zum ersten Februar übernimmt der 42 Jahre alte Ragnar Cornelius die Leitung des Hauses. Er löst Antje Arnold ab. Offiziell geht sie auf eigenen Wunsch. Bei den Mietern der Läden heißt es aber, sie sei wegen Managementfehlern, fehlenden Erfolgs und Überforderung entlassen worden.

Ihr Nachfolger leitete zuletzt den ukrainischen Ableger des Handelsriesen Metro in Kiew, wo er auch studierte und seine heutige Frau kennenlernte. Seine guten Kontakte nach Osteuropa sollen ihm nun auch helfen, die Centrum Galerie aus der Krise zu führen. Die SZ zeigt, welche Probleme auf den neuen Chef warten.

Problem 1: Haus ist noch immer nicht voll vermietet
Auch fünf Monate nach dem Start sind noch immer sechs Läden in dem riesigen Einkaufstempel nicht vermietet. „Das sind nur noch kleinere Einheiten von den 53000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Aber hier werden bis April Läden öffnen“, sagt der Vermietungschef der Betreiber-Gesellschaft Multi Development, Sladjan Marinkovic.

„Natürlich hätten wir uns das eher gewünscht.“ Es habe auch genug Anfragen gegeben, aber wir wollen unseren Schwerpunkt Bekleidung beibehalten und weiterhin neue Marken und Firmen nach Dresden holen.“

Problem 2: Weniger Kunden als zunächst erwartet
Nach dem Ansturm auf die Centrum Galerie nach ihrer Eröffnung Mitte September 2009 setzte bei einigen Ladenbetreibern Insidern zufolge eine zu große Euphorie ein. Doch im November riss der Besucherstrom ab. Seitdem hinken bei einigen Händlern die Umsätze den Erwartungen hinterher. Nach einem dann gut verlaufenen Weihnachtsgeschäft folgt nun die im Handel typische Januar-Flaute. „Die hat auch unser Haus nicht verschont und den ein oder anderen Händler sicher auch stärker getroffen, aber sie ist insgesamt bei uns nicht schlimmer als anderswo“, sagt Marinkovic. Zudem nehme er mehr positive Stimmen wahr.

Problem 3: Übersicht und Atmosphäre stimmen nicht
Das Gebäude wird als sehr schön empfunden, die Kundenführung und Atmosphäre dagegen nicht. Bisher gibt es fast kein Grün und kaum Sitzgelegenheiten in der Galerie. Kunden sprechen von kühler Bahnhofsatmosphäre. Hier soll bis Ostern kräftig nachgebessert werden. Eine Großgärtnerei sei bereits mit der Begrünung beauftragt, hieß es aus dem Management.

Kunden fehlen auch ausreichend Hinweise auf Läden. Zudem wird die Rolltreppe als trennende Schneise empfunden, in deren Schatten mancher Laden dem Kundenauge entwischt. Die freistehenden gläsernen Pavillons verdecken ganze Bereiche der Ladenstraße.

Problem 4: Imageschaden durch Kriminalitätsfälle
Wiederholte Ladendiebstähle und nun auch Einbrüche kratzen am Image des Einkaufstempels. Erst Anfang Januar sind Täter nachts in ein Asia-Lokal eingedrungen, stahlen Geld und Technik – und hinterließen fremdenfeindliche Parolen. Erst spät hat das Center-Management für ausreichend Sicherheitspersonal gesorgt.



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