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Politik
Mittwoch, 30. Dezember 2009

Foodwatch gegen Geheimniskrämerei bei der Lebensmittelüberwachung

Von Vera Fröhlich

Die Verbraucherorganisation fordert ein Smiley-System nach dänischem Vorbild.

Berlin - Die Verbraucherrechtsorganisation Foodwatch hat die Geheimniskrämerei bei der Lebensmittelüberwachung kritisiert. „Die Ergebnisse aller Lebensmittelkontrollen müssen veröffentlicht werden - im Internet, vor allem aber per Aushang direkt in den Supermärkten und Restaurants“, sagte der stellvertretende Foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt im Interview mit der Nachrichtenagentur DAPD. Er warb dafür, das Smiley-System nach dänischem Vorbild auch auf Deutschland zu übertragen.

Dort erfahre der Kunde mit leicht verständlichen Smiley-Symbolen in jedem Geschäft und in jeder Kneipe, wie dieser Betrieb bei den jüngsten Kontrollen abgeschnitten habe, erklärte Wolfschmidt. So viel Transparenz zeige Erfolg. So seien im Jahr 2002 noch 30 Prozent der Betriebe beanstandet worden. Inzwischen seien es deutlich weniger als 20 Prozent. „Es ist höchste Zeit, dieses Erfolgsmodell auf Deutschland zu übertragen“, sagte Wolfschmidt.

Im Mai steht die Revision des Verbraucherinformationsgesetzes an. Eine „Rundum-Reform“ dieses nach Ansicht von Foodwatch gescheiterten Gesetzes nennt Wolfschmidt das wichtigste verbraucherpolitische Vorhaben der schwarz-gelben Regierung im Jahr 2010. Und dazu gehöre auch die Veröffentlichung aller Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen.

„Schwarze Schafe bleiben ungenannt“

Das vor zwei Jahren nach mehreren Anläufen und vom damaligen Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) als „Meilenstein“ gefeierte Verbraucherinformationsgesetz hat laut Wolfschmidt nicht mehr Transparenz geschaffen: „Die so genannten Schwarzen Schafe bleiben ungenannt.“ Jahr für Jahr würden rund 15 Prozent aller Proben und rund 23 Prozent aller überprüften Betriebe beanstandet - doch die Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelkontrollen würden den Verbrauchern vorenthalten.

„Selbst bei Skandalen wie Gammelfleisch oder bei Deklarationsbetrug wie bei 'Analog-Käse' und Schinkenimitat werden Hersteller und Verkaufsstellen verschwiegen“, kritisierte Foodwatch. Hier sei ein kompletter Sinneswandel erforderlich: „Die Geheimniskrämerei muss ein für alle Mal aus den Amtsstuben getrieben werden.“

Es gebe auch für die Betriebe und Verbände keinen Grund, sich gegen die Einführung eines solchen „Smiley“-Systems zu wehren, erklärte der Foodwatch-Geschäftsführer. Wenn die Behörden regelmäßig die Ergebnisse der Kontrollen von sich aus veröffentlichten, falle viel Bürokratie für die Betriebe weg. „Mit mehr Transparenz wird eines erreicht: Die Guten werden belohnt und haben den verdienten Wettbewerbsvorteil“, sagte Wolfschmidt. (AP)

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