Wirtschaft
Freitag, 18. Dezember 2009
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Kirchen und Verbände zittern um ihr Lehman-Geld
Von Ulrich Wolf
Von den Gewerkschaften bis zu den Kirchen: Viele Sozialinstitutionen hoffen, dass beim Verwalter der insolventen US-Bank noch was zu holen ist.
Dresden. In den Insolvenzstrudel der US-Investmentbank Lehman Brothers sind viel mehr Kirchen, Stiftungen und Verbände verwickelt als bislang bekannt. Das geht aus einer Datenbank des US-Konkursdienstleisters Epiq Systems hervor. Demnach fordern beispielsweise die Versorgungskassen der katholischen und evangelischen Kirche hohe Millionenbeträge.
Ihnen scheint ihre Geldanlage bei Lehman inzwischen peinlich zu sein. Anfragen blieben unbeantwortet. Die Versorgungskasse für katholische Priester in Köln versucht, ihre Lehman-Millionen über eine auf Wirtschaftsrecht spezialisierte Kanzlei in Boston wieder reinzuholen. Die Versorgungskasse für evangelische Pfarrer in Dortmund hatte vier Millionen Euro in das Wertpapier „Lehman Brothers Holdings EO Medium Term Notes XS0326006540“ investiert.
Offen kommuniziert hingegen die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ihr fehlgeschlagenes Investment. Sprecher Rainer Jung: „Unsere Hausbank hat gegen eine schriftlich fixierte Kapitalanlage-Richtlinie verstoßen. Deshalb klagen wir.“ Dem Vernehmen nach soll es sich bei der Bank um die schwedische SEB handeln.
Auffällig viele Arbeitgeberverbände der Metallindustrie haben sich bei Lehman engagiert. Ob in der Pfalz oder in Hessen – auf Anfrage hieß es: „Zu unseren Finanzangelegenheiten äußern wir uns nicht.“ Lediglich der Hauptgeschäftsführer von Nordmetall, Thomas Klischan, hatte bereits zuvor im NDR eingeräumt. „Wir bedauern diesen Verlust, den keiner vorhersagen konnte.“
Rund neun Millionen Euro fordern 5200 Apotheker aus Nordrhein zurück. Die Chefs ihres Versorgungswerks lehnten eine Stellungnahme ab.
Finanzchef Miguel Freund von der Rheinischen Versorgungskasse für Beschäftigte im öffentlichen Dienst sagte, bei seiner Forderung handle es sich lediglich um eine Art Vorfälligkeitsentschädigung für entgangene Zinsen. Von einem Verlust will auch Uwe Feuersenger nichts wissen. Der Verwalter des Milliarden-Vermögens von SAP-Mitgründer Klaus Tschira erklärte, bei der Lehman-Bank habe sich die gemeinnützige Tschira-Stiftung nur gegen Kursrückgänge der SAP-Aktie abgesichert. Die mehr als 400 Millionen Euro schwere Forderung sei einer „entgangenen Versicherungsleistung“ gleichzusetzen.
Ihnen scheint ihre Geldanlage bei Lehman inzwischen peinlich zu sein. Anfragen blieben unbeantwortet. Die Versorgungskasse für katholische Priester in Köln versucht, ihre Lehman-Millionen über eine auf Wirtschaftsrecht spezialisierte Kanzlei in Boston wieder reinzuholen. Die Versorgungskasse für evangelische Pfarrer in Dortmund hatte vier Millionen Euro in das Wertpapier „Lehman Brothers Holdings EO Medium Term Notes XS0326006540“ investiert.
Offen kommuniziert hingegen die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ihr fehlgeschlagenes Investment. Sprecher Rainer Jung: „Unsere Hausbank hat gegen eine schriftlich fixierte Kapitalanlage-Richtlinie verstoßen. Deshalb klagen wir.“ Dem Vernehmen nach soll es sich bei der Bank um die schwedische SEB handeln.
Auffällig viele Arbeitgeberverbände der Metallindustrie haben sich bei Lehman engagiert. Ob in der Pfalz oder in Hessen – auf Anfrage hieß es: „Zu unseren Finanzangelegenheiten äußern wir uns nicht.“ Lediglich der Hauptgeschäftsführer von Nordmetall, Thomas Klischan, hatte bereits zuvor im NDR eingeräumt. „Wir bedauern diesen Verlust, den keiner vorhersagen konnte.“
Rund neun Millionen Euro fordern 5200 Apotheker aus Nordrhein zurück. Die Chefs ihres Versorgungswerks lehnten eine Stellungnahme ab.
Finanzchef Miguel Freund von der Rheinischen Versorgungskasse für Beschäftigte im öffentlichen Dienst sagte, bei seiner Forderung handle es sich lediglich um eine Art Vorfälligkeitsentschädigung für entgangene Zinsen. Von einem Verlust will auch Uwe Feuersenger nichts wissen. Der Verwalter des Milliarden-Vermögens von SAP-Mitgründer Klaus Tschira erklärte, bei der Lehman-Bank habe sich die gemeinnützige Tschira-Stiftung nur gegen Kursrückgänge der SAP-Aktie abgesichert. Die mehr als 400 Millionen Euro schwere Forderung sei einer „entgangenen Versicherungsleistung“ gleichzusetzen.






