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Panorama
Montag, 7. September 2009

Urlaubsregion Sächsische Schweiz oft teuer

ADAC-Studie in mehreren deutschen Wanderregionen zeigt Preisdifferenz von bis zu 63 Prozent


Essen, Trinken, die vergessene Sonnencreme und der Besuch im Erlebnisbad: Ob der Urlaub teuer oder billig wird, hängt stark von den Nebenkosten vor Ort ab - und die unterscheiden sich auch innerhalb Deutschlands deutlich, wie eine am Montag vorgestellte Studie des ADAC ergab.

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Bei Touristen sehr beliebt, wenn auch laut ADAC sehr teuer: Sonnenstrahlen scheinen im Nationalpark Sächsische Schweiz in die Felsenschlüchte des Basteigebietes nahe dem Kurort Rathen. Foto: dpa

München - Je nach Ort kostete der von dem Automobilclub erfasste Warenkorb zwischen 115,24 und 187,85 Euro: Ein Unterschied von 63 Prozent.

Unter den sehr teuren Regionen sind der Studie zufolge neben Bad Reichenhall im Berchtesgardener Land und Oberstaufen im Allgäu auch Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz. In Bad Schandau schlug nach Angaben des ADAC besonders der hohe Eintrittspreis in die Toskana-Therme negativ zu Buche. Die zwei weiteren getesteten Städte Hohnstein und Rathen in der Sächsischen Schweiz wurden ebenfalls als "teuer" eingestuft.

Torismusverband Sächsische Schweiz weist Kritik zurück

Klaus Brähmig (CDU), Vorsitzender des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz, wies die Kritik an der zu teuren Region zurück. „Meines Erachtens geht der getestete Warenkorb an den wirklichen Bedürfnissen des Gastes vorbei", sagte Brähmig. Bei den im Urlaub entstehenden Kosten wie Essen, Trinken, Kurtaxe und Parkgebühren sei die Sächsische Schweiz sehr kostengünstig und daher auch gut aufgestellt. "Anschaffungen wie Regenschirme, Baseball-Kappen oder Sonnenbrillen sind verhältnismäßig teuer, aber Sie werden auch nicht täglich konsumiert."

Er kritisierte auch, dass die Tests in sehr kleinen Städten durchgeführt worden seien, wo keine großen Discounter als Alternative zu verhältnismäßig teuren Einzelhändlern, die vom Tourismus leben, zur Verfügung stünden.

Als "fast schon unseriös" bezeichnete Brähmig den ADAC-Test dort, wo die Kosten für den Besuch eines "einfachen Hallenbades", beispielsweise in Kulmbach in Bayern mit vier Euro mit der „Toskana-Therme“ in Bad Schandau mit einer Tageskarte für 19 Euro verglichen wird. "Hier wird ein stinknormales Hallenbad mit einem deutschlandweit einzigartigen Thermalbad verglichen, wo im Tagespreis der Besuch der Saunalandschaft und der Liquid-Sound-Therme enthalten sind. Ein solcher Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen lässt mich an der Testmethode und dem Testergebnis doch berechtigte Zweifel hegen.“

Das Schnitzel für 11,43 oder 5,50 Euro

Für besonders günstig befand der ADAC neben Steinwiesen auch Thale im Bodetal im Harz, Bad Liebenstein im Thüringer Wald, Gerolstein in der Eifel und Büsum an der Nordsee.

Das mit 11,43 Euro im Schnitt teuerste Schnitzel gab es in Titisee-Neustadt, immerhin 10,60 Euro mussten in Rathen bezahlt werden. Das mit 5,50 billigste Schnitzel gab es in Steinwiesen, wo auch das Bier mit durchschnittlich 2,22 Euro am billigsten war. Mit 3,70 Euro für ein großes Bier ist Westerland auf Sylt am anderen Ende der Skala.

Dort und in Zingst an der Ostsee war auch eine Kugel Eis mit 1 Euro am teuersten. In Monschau in der Eifel kostet sie nur halb so viel. Dafür riss ein Glas Wein dort mit 5,10 Euro das größte Loch in den Geldbeutel. Am billigsten war auch dieses Getränk in Steinwiesen.

Den größten Unterschied fanden die Tester in der Kategorie Freizeit und Shopping, die beispielsweise Preise für den Fahrradverleih, eine Souvenirtasse oder den Eintritt ins Erlebnisbad enthielt. Alleine hier ergab sich zwischen dem billigsten und teuersten Ort ein Abstand von 63,36 Euro. Diese Kategorie war es laut ADAC auch, die Bad Reichenhall den Titel als teuerster Ort eintrug.

Im Bereich Essen und Trinken machte der Unterschied zwischen dem teuersten und dem billigsten Ort 14,01 Euro aus, in der Kategorie Gesundheit und Körperpflege, zu der Dinge wie Pflaster oder Sonnencreme gehören, waren es 7,23 Euro.

Für die Studie schickte der ADAC im Mai und Juni jeweils paarweise Tester des Erfurter Marktforschers IMK in die 36 Orte, die die Durchschnittspreise bei jeweils bis zu drei verschiedenen Anbietern ermittelten. (szo/AP)

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