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Politik
Freitag, 10. Juli 2009

Messer-Mord: Merkel kondoliert Mubarak


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak ihre Anteilnahme zur Ermordung der Ägypterin Marwa S. in Dresden ausgesprochen. Das teilte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin mit.

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Am Rande des Gipfels in L'Aquila: Kanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Ägyptenns Präsident Husni Mubarak. Foto: Bpa

Berlin/Dresden - Merkel habe bei dem Treffen mit Mubarak am Vortag am Rande des G8-Gipfels im italienischen L'Aquila ihre Empörung über die Tat geäußert. Sie habe auch im Namen der deutschen Bevölkerung zum Tod der Frau kondoliert.

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte sich am Freitag „persönlich tief bestürzt“. Er schrieb seinem ägyptischen Amtskollegen Ahmed Abul Gheit nach offiziellen Angaben, es werde alles getan, um solche Verbrechen zu verhindern. „Wir stehen dafür ein, dass sich in Deutschland jeder ungeachtet seiner Herkunft, seiner Nationalität oder seines Glaubens sicher fühlt“, heißt es in Steinmeiers Schreiben. „Dies ist oberste Maxime für staatliches Handeln. Ausländerfeindlichkeit und Islamophobie haben in Deutschland keinen Platz.“

Brief von Außenminister Steinmeier

„Der furchtbare Tod von Marwa El-Sherbini in Dresden hat die Menschen in Deutschland und mich persönlich tief bestürzt“, schrieb Steinmeier. Er sprach zudem der ägyptischen Bevölkerung und der Familie des Opfers sein aufrichtiges Beileid und tief empfundenes Mitgefühl aus und versicherte sie der Hilfe der deutschen Regierung. Nach Angaben des Regierungssprechers hat die Staatsministerin imKanzleramt, Maria Böhmer, am Freitag den Ehemann der ermordeten Ägypterin zusammen mit dem Botschafter Ägyptens im Krankenhaus aufgesucht.

Steg zeigte sich sicher, dass die zuständigen Justizstellen den Fall angemessen schnell bearbeiteten. Er machte aber deutlich, dass in einer Demokratie mit einer unabhängigen Justiz keine Staatsstelle anweisen könne, diese Angelegenheit besonders zügig zu behandeln. Klar sei, dass für rassistisch motivierte Gewalt oder Islamfeindlichkeit in Deutschland kein Platz sei.

Am 1. Juli hatte ein 28 Jahre alter Russland-Deutscher während einer Berufungsverhandlung in einem Beleidigungsprozess am Dresdner Landgericht die schwangere 31-jährige Ägypterin mit 18 Messerstichen getötet und ihren Ehemann verletzt. In Ägypten war der deutschen Regierung vorgeworfen worden, die Tat ignoriert zu haben. (dpa/szo)



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