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Dresden
Mittwoch, 8. Juli 2009
(Sächsische Zeitung)

Köhler fordert Dresden-Arena im Ostragehege


Dresden braucht eine neue Veranstaltungshalle für über 5 000 Besucher, sagt Wolfram Köhler. Der Manager wehrt sich gegen die Angriffe der Linken.

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Soll große Veranstaltungen anlocken: Wolfram Köhler.Foto: SZ/M. Gröning

Herr Köhler, in Dresden tobt eine in der Schärfe bislang kaum gekannte Debatte um Ihre Person. Vor allem die Linke kritisiert die Höhe Ihrer Bezüge von 250000 Euro pro Jahr und angeblich mangelnde Qualifikationen. Können Sie das nachvollziehen?

Was soll ich dazu sagen? Der Stadtrat hat das klare Votum gegeben, mich zum September als Leiter des Sportstättenbetriebs und Messechef zu berufen. Das war eine demokratische und geheim getroffene Entscheidung. Was die Linke vor Gericht bemängelt hat, war, dass die Verträge zwischen mir und der Stadt den Fraktionen nicht vorlagen. Ich bin nicht Beklagter in diesem noch laufenden Verfahren, ich sage nur: Allen Fraktionen habe ich vor der entscheidenden Sitzung meinen Besuch angeboten. Als einzige hat ihn die Linke abgelehnt. Und mein Vertrag war für Stadträte einsehbar. In Riesa, wo ich Oberbürgermeister war, wäre es undenkbar gewesen, Verträge mit persönlichen Details an Stadtratsvorlagen dranzuheften.

Dennoch: Die Kritik, vor allem an der Höhe Ihres Gehalts, ist nicht nur eine verfahrenstechnische, sondern auch eine persönliche. Letztlich steht die Frage dahinter, ob Sie das Geld wert sind. Trifft Sie das?

Ich werde jetzt nicht die Frage beantworten, warum man gerade mich, der noch in den USA lebt, hierherholt. Ich mache keine Selbstbeweihräucherung. Ich kann nur sagen, dass der Umzug aus Florida, wo ich mit meiner Frau eine Kita betreibe, große Komplikationen mit sich bringt. Und zum Job: Die Aufgabe, Dresden bei Großveranstaltungen neu auszurichten und nach vorn zu bringen, gilt unter Insidern als schier unlösbar. Man kann also nicht sagen: Ich lehne mich mal zurück und mache einen ruhigen Job.

Was ist denn nötig, um Dresden als Veranstaltungsort in die erste Liga zu bringen? Sie forderten bereits eine neue Halle.

Ich kann Ihnen sagen, was die Ausgangsposition ist. Und die reicht nicht aus, um wirklich große, sogenannte A-Veranstaltungen in Dresden durchzuführen – mit Ausnahme der vom Wetter abhängigen Freiluftebene.

Was fehlt?

Fakt ist: Wir haben die Halle an der Bodenbacher Straße mit rund 3500 Zuschauern, wir haben die Eishalle für etwa 4000 Zuschauer und wir haben die Messehalle 1, in der sich die Zuschauerzahl verringert, wenn sie bestuhlt wird. Da geht es im Schnitt um circa 5000 Plätze. Um die Dimension anders zu verdeutlichen: Schon ein Länderspiel der deutschen Handballnationalmannschaft kann man heute nicht in Dresden veranstalten. Träume wie ein großer Boxkampf lassen sich derzeit auch nicht realisieren.

Wieso nicht? In der Eishalle hat es doch mehrere live übertragene Titelkämpfe gegeben?

Ja, aber ich rede über A-Veranstaltungen. Die Dresdner Kämpfe hatten eine Einschaltquote von vielleicht drei bis vier Millionen. Ich rede über zehn bis zwölf Millionen. Die zweite Kampfnacht war nicht mehr so gut besucht wie die erste. Und da stellt sich für mich die Frage, ob Veranstaltungen, die sonst in Bamberg laufen, in Dresden ihr Publikum finden.

Also fordern Sie den Bau einer neuen Halle?

Was heißt fordern, ich werde ihn vorschlagen. Entscheiden, wohin Dresden als Sport- und Eventstadt will, muss der Stadtrat. Aber in der beschlossenen Vorlage steht, dass ich ein Konzept für Dresden entwickeln soll. Und dazu gehört der Hallenbau. Und wenn man so einen Weg angeht, muss man prüfen, wie man in einem vernünftigen Kosten-Nutzen-Rahmen die Nische sucht gegenüber der Konkurrenz. Natürlich kann es nicht drum gehen, die Berliner 02-Arena in Dresden zu kopieren. Das gäbe der Sponsorenmarkt nicht her.

Wie teuer soll die Halle werden?

Das kann ich noch nicht sagen. Sie sollte aber nahe der Messe stehen und in Verbindung mit ihr genutzt werden können. Im selben Konzept muss das Thema Eishockey untersucht werden. Denn die 4000 Plätze in der Eishalle wären für die höchste Liga wohl auch zu klein.

Nochmal zu Ihnen: Sind Sie durch die Debatte so verletzt, dass Sie sagen: Ich komme nicht?

So schnell verletzt mich keiner. Und ich gehe auch nicht von dannen, weil mich jemand auf demagogische Weise verjagen will. Ich kann sehr gut damit leben, dass wir über die Frage streiten: Ist das der richtige Weg? Das wird sicherlich Thema sein. Aber was die Linke da abgezogen hat, ist für mich an Demagogie nicht übertrumpfbar. Das ging ja so weit, dass die Partei ihre Mitglieder aufgefordert hat, kritische Leserbriefe an Tageszeitungen zu schreiben. Das Angebot zum Gespräch hat die Fraktion ausgeschlagen, ruft dann aber das Gericht an.

Gespräch: Thilo Alexe



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