Politik
Dienstag, 19. Mai 2009
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
„Karate-Lady“ ist Litauens neue Präsidentin
Von Mike Collier und
Thomas Borchert, Vilnius
Die EU-Kommissarin und Wirtschaftsexpertin Dalia Grybauskaite gewinnt die Wahl mit Rekordwerten.
Es vergingen nur wenige Stunden nach dem überwältigenden Sieg der künftigen litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite, ehe die Karate-Meisterin mit schwarzem Gürtel ihre enorme Schlagkraft vorführte. Die Fachminister für Finanzen, Energie und Soziales seien „ganz einfach zu schlecht“, hieb Grybauskaite gestern in Vilnius auf die Regierung von Ministerpräsident Andrius Kubilius ein.
Niemand in Litauens Hauptstadt rechnet damit, dass die drei Ressortminister nach Grybauskaites Amtsantritt im Juli weiter im Amt bleiben können. Mit 69,1 Prozent sicherte sich die neue Präsidentin ein sensationell klares Mandat bei der Direktwahl am Sonntag.
Wohl nicht von ungefähr hat sich die aus der Brüsseler EU-Kommission heimkehrende Wirtschaftsexpertin diese drei Ressorts ausgesucht. 15 Prozent Minuswachstum sagt die Zentralbank für dieses Jahr vorher, was das Finanzministerium vor schier unlösbare Probleme mit dem Staatshaushalt stellt. Und wenn Ende Dezember auf Geheiß der EU endgültig das Atomkraftwerk Ignalina aus Sowjetzeiten abgestellt werden muss, steht Litauen vor einer nicht geschlossenen Lücke bei der Energieversorgung.
An der schnellen Verarmung breiter Teile der Bevölkerung im Gefolge der Finanzkrise könnte vermutlich kein noch so genial geführtes Sozialministerium der Welt etwas ändern. Doch das hört die oft mit der britischen „Eisernen Lady“ Margaret Thatcher verglichene Wirtschaftsexpertin, die als unabhängig vom litauischen Parteienfilz gilt, nicht gern. Schon als EU-Haushaltskommissarin hatte sie gegen den „Schlendrian“ in ihrer Heimat gewettert, als alle drei baltischen Länder dank sorgloser Kreditaufnahmen boomten. (dpa)
Niemand in Litauens Hauptstadt rechnet damit, dass die drei Ressortminister nach Grybauskaites Amtsantritt im Juli weiter im Amt bleiben können. Mit 69,1 Prozent sicherte sich die neue Präsidentin ein sensationell klares Mandat bei der Direktwahl am Sonntag.
Wohl nicht von ungefähr hat sich die aus der Brüsseler EU-Kommission heimkehrende Wirtschaftsexpertin diese drei Ressorts ausgesucht. 15 Prozent Minuswachstum sagt die Zentralbank für dieses Jahr vorher, was das Finanzministerium vor schier unlösbare Probleme mit dem Staatshaushalt stellt. Und wenn Ende Dezember auf Geheiß der EU endgültig das Atomkraftwerk Ignalina aus Sowjetzeiten abgestellt werden muss, steht Litauen vor einer nicht geschlossenen Lücke bei der Energieversorgung.
An der schnellen Verarmung breiter Teile der Bevölkerung im Gefolge der Finanzkrise könnte vermutlich kein noch so genial geführtes Sozialministerium der Welt etwas ändern. Doch das hört die oft mit der britischen „Eisernen Lady“ Margaret Thatcher verglichene Wirtschaftsexpertin, die als unabhängig vom litauischen Parteienfilz gilt, nicht gern. Schon als EU-Haushaltskommissarin hatte sie gegen den „Schlendrian“ in ihrer Heimat gewettert, als alle drei baltischen Länder dank sorgloser Kreditaufnahmen boomten. (dpa)
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