Sachsen
Donnerstag, 16. April 2009
Rechnungshof-Kritik an Geld-Spekulation beim MDR
Der Mitteldeutsche Rundfunk soll Millionen durch riskante Wertpapieranlagen verloren haben.
Leipzig -Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung hatte der Sender Ende 2005 knapp 537 Millionen Euro in Fonds angelegt, um stille Rücklagen zu bilden. „Diese sind im Zuge der sich seit Mitte 2008 verschärfenden Finanzkrise deutlich zurückgegangen“, zitiert das Blatt aus einem Bericht des Landesrechnungshofs Sachsen für den Landtag in Dresden. Der Sender wies die Vorwürfe zurück.
In dem Bericht des Rechnungshofs, dessen Kurzfassung der AP vorliegt, heißt es jetzt: „Aufgrund der sich seit Mitte 2008 verschärfenden Finanzkrise verzeichnete allerdings auch der MDR erhebliche Bewertungsabschläge auf die in den Fonds gehaltenen Aktienbestände und damit einen deutlichen Rückgang stiller Reserven.“ Der Sender erklärte dagegen, es habe keine Ausfälle gegeben. Die Durchschnittsverzinsung aller Fonds des MDR seit Auflegung belaufe sich immer noch auf 3,7 Prozent pro Jahr. „Das heißt im Klartext, dass nicht ein Euro der Rundfunkgebühren verloren gegangen ist“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Dies sagte auch MDR-Intendant Udo Reiter im Hörfunk MDR Info. Der Sender habe auch nicht in riskante Wertpapiere investiert. Wie alle Rundfunkanstalten parke der MDR das Geld, das er aktuell nicht benötige. „Wir finanzieren aus diesen stillen Reserven zum Beispiel die Leasingraten für die Baukosten des MDR, also die Landesfunkhäuser und die Zentrale.“ Reiter kündigte an, bis zum Jahr 2012 würden die stillen Reserven aufgelöst.
Richtlinien sollen überarbeitet werden
Der MDR-Chef wies auch den Vorwurf zurück, der Sender habe zu viele risikobehaftete Papiere in diesen Fonds. „Unsere Richtlinie ist, dass wir 35 Prozent Aktien und nicht mehr haben.“ Nun gebe es bestimmte Papiere, die könne man entweder zu den Aktien zählen oder auch nicht. „Wir zählen sie nicht dazu, der Rechnungshof ja. Das war eine Dissonanz“, erklärte Reiter. „Wir werden unsere Richtlinien in diesem Punkt überarbeiten und verschärfen, dass hier keine Missverständnisse mehr auftreten können.“
MDR-Sprecher Stefan Mugrauer erklärte, Genussscheine würden von den Rechnungsprüfern nicht als Aktien angesehen. „Da diese Wertpapiere rentenähnlichen Charakter haben, waren sie zu Recht nicht dem Aktienanteil zuzurechnen.“ Mugrauer betonte: „Die Anlagepolitik des MDR ist seriös und erfolgreich.“ Im Oktober 2000 war ans Licht gekommen, dass der MDR bei einem Geschäft mit Ecuador-Anleihen 2,6 Millionen Mark verloren hatte. Im Juni 2002 wurde dann bekannt, dass durch Geschäfte mit Argentinien-Anleihen etwa 9,3 Millionen Euro Verlust entstanden waren. (AP)
AP-Nachrichten/AP-Bilder - The Associated Press, alle Rechte vorbehalten. AP-Nachrichten und AP-Bilder dürfen ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von Associated Press weder veröffentlicht, umgeschrieben oder weiter verbreitet werden, sei dies zu gewerblichen und anderen Zwecken.
In dem Bericht des Rechnungshofs, dessen Kurzfassung der AP vorliegt, heißt es jetzt: „Aufgrund der sich seit Mitte 2008 verschärfenden Finanzkrise verzeichnete allerdings auch der MDR erhebliche Bewertungsabschläge auf die in den Fonds gehaltenen Aktienbestände und damit einen deutlichen Rückgang stiller Reserven.“ Der Sender erklärte dagegen, es habe keine Ausfälle gegeben. Die Durchschnittsverzinsung aller Fonds des MDR seit Auflegung belaufe sich immer noch auf 3,7 Prozent pro Jahr. „Das heißt im Klartext, dass nicht ein Euro der Rundfunkgebühren verloren gegangen ist“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Dies sagte auch MDR-Intendant Udo Reiter im Hörfunk MDR Info. Der Sender habe auch nicht in riskante Wertpapiere investiert. Wie alle Rundfunkanstalten parke der MDR das Geld, das er aktuell nicht benötige. „Wir finanzieren aus diesen stillen Reserven zum Beispiel die Leasingraten für die Baukosten des MDR, also die Landesfunkhäuser und die Zentrale.“ Reiter kündigte an, bis zum Jahr 2012 würden die stillen Reserven aufgelöst.
Richtlinien sollen überarbeitet werden
Der MDR-Chef wies auch den Vorwurf zurück, der Sender habe zu viele risikobehaftete Papiere in diesen Fonds. „Unsere Richtlinie ist, dass wir 35 Prozent Aktien und nicht mehr haben.“ Nun gebe es bestimmte Papiere, die könne man entweder zu den Aktien zählen oder auch nicht. „Wir zählen sie nicht dazu, der Rechnungshof ja. Das war eine Dissonanz“, erklärte Reiter. „Wir werden unsere Richtlinien in diesem Punkt überarbeiten und verschärfen, dass hier keine Missverständnisse mehr auftreten können.“
MDR-Sprecher Stefan Mugrauer erklärte, Genussscheine würden von den Rechnungsprüfern nicht als Aktien angesehen. „Da diese Wertpapiere rentenähnlichen Charakter haben, waren sie zu Recht nicht dem Aktienanteil zuzurechnen.“ Mugrauer betonte: „Die Anlagepolitik des MDR ist seriös und erfolgreich.“ Im Oktober 2000 war ans Licht gekommen, dass der MDR bei einem Geschäft mit Ecuador-Anleihen 2,6 Millionen Mark verloren hatte. Im Juni 2002 wurde dann bekannt, dass durch Geschäfte mit Argentinien-Anleihen etwa 9,3 Millionen Euro Verlust entstanden waren. (AP)
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